Langzeitstudien sind zur Validierung der bisherigen Tests notwendig

Experten diskutieren über Biozide aus Fassaden

Biozide, die aus gedämmten Fassaden ausgewaschen werden können, waren Thema einer Tagung im schweizerischen Rapperswil. Es ging um die Beurteilung der Risiken und ihre Modellierung.

Mit der Auswaschung von Bioziden aus Hausfassaden hat sich eine Tagung an der Hochschule für Technik in Rapperswil befasst. Das Thema interessiert zunehmend nicht mehr nur Handwerker und Hersteller, sondern auch Umweltbehörden, Ökotoxikologen, Umweltberatungsunternehmen und wissenschaftliche Forschungsgruppen. 75 Expertinnen und Experten aus ganz Europa haben sich auf der von Michael Burkhardt vom Institut für Umwelt- und Verfahrenstechnik (UMTEC) organisierten Veranstaltung über Fragen der Produktzulassung, Risikobeurteilung, Auswaschmechanismen, Modellierung und Testmethoden ausgetauscht.

Wesentliche Erkenntnis der rund 20 Vorträge: Biozide diffundieren zwischen den Fassadenabflüssen an die Oberfläche, reichern sich dort an und werden mit dem nächsten Schlagregen abgewaschen. Mal gelangt das Wasser in den Boden, ein anderes Mal mit dem Oberflächenabfluss ins Gewässer. Darüber, wie dies zu bewerten sei, waren sich selbst die Experten nicht einig. Drei Referenten zeigten, dass sich die Auswaschung technologisch limitieren lässt.

Eines wurde auch deutlich: Die Risikobeurteilung arbeitet im Bereich der Produktzulassung mit Vereinfachungen, die nicht annähernd der Realität entsprechen. So bleibt beispielsweise unberücksichtigt, dass mit zunehmender Gebäudehöhe der Abfluss pro Quadratmeter Fassadenfläche geringer wird. Für viele Zuhörer waren diese Resultate neu. Mehrere Referenten veranschaulichten, welches Potential Modellsimulationen aufweisen, sowohl beim Transport in der Beschichtung als auch zum Schlagregen. Alle Teilnehmenden waren sich einig, dass fundierte Feldstudien die Übertragbarkeit von Laborergebnissen verbessern und diese zur Validierung der Modelle benötigt werden. pgl

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