Erste Langzeitversuche sind angelaufen

Empa entwickelt bioverträglicheren Holzschutz

Holzfassaden sollen mit Bio-Holzschutz länger ansehnlich bleiben. © P. Grund-Ludwig

Holzschutz auf Basis von Enzymen, der schädliche Lacke und Lasuren vermeidet, entwickelt das Empa. Ein Feldtest läuft.

Forscher des Schweizer Instituts EMPA, das auf Materialforschung spezialisiert ist, melden Fortschritte beim Versuch, Holz ohne schädliche Lacke und Lasuren gegen Mikroorganismen wie Pilzen oder Bakterien zu schützen.

Die Schweizer Wissenschaftler verwenden dabei einen Stoff der selbst aus Pilzen stammt. Sie verwenden Pilzarten die in der Lage sind, Holz über spezielle Enzyme, so genannte Laccasen, mit einem antimikrobiellen Holzschutz aus Iod zu versehen. Um unter hunderttausend Kombinationen die erfolgversprechendste herauszufinden, hat Forscher Mark Schubert sich so genannter neuronaler Netze bedient. Das sind Verfahren, die künstliche Intelligenz nutzen. Sie erkennen durch Training komplexe Zusammenhänge und können Auswahlprozesse deutlich beschleunigen. So war es möglich, die Reaktion bestimmter Laccasen vorherzusagen.

Die Schweizer Forscher wollen erreichen, dass das Iod auf der Holzoberfläche fest gebunden wird. Dann sei das chemisch gebundene Iod auswaschungsresistent und dauerhaft, so Schubert, der das Verfahren entwickelt hat.

Sein Verfahren ist bereits patentiert, man sei mit verschiedenen Partnern im Gespräch, so das Empa. Eine der möglichen Anwendungen sind Holzfassaden, die auch ohne speziellen Anstrich nicht mehr von Pilzen und Bakterien befallen weden können.

Parallel dazu starten am NEST, dem Forschungs- und Innovationsgebäude, das die EMPA gemeinsam mit dem Wasserforschungsinstitut Eawag betreibt, zwei Langzeitversuche mit iodisiertem Holz. Für die Fassade erfolgen die Tests mit Tannen- und Fichtenholz. Es soll eine mehrjährige Bewitterung erfolgen. In einem weiteren Projekt gemeinsam mit Pavatex werden die Erkenntnisse dazu genutzt, synthetische Bindemittel in Dämmplatten auf Holzbasis zu reduzieren und durch Biopolymere zu ersetzen. Quelle: Empa / pgl

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