Zertifizierung Bau e.V. will Siegel für nachhaltige Gebäude vergeben

DGNB erhält bei Zertifizierung Konkurrenz

Private Wohnhäuser sollen bald Nachhaltigkeitssiegel bekommen können. Bild: Dena

Mit Zertifizierung Bau steigt ein zweiter Anbieter in die Vergabe von Siegeln für nachhaltige Gebäude ein. Er sieht sich in Konkurrenz zur DGNB.

Zertifikate für nachhaltige Gebäude gab es bislang nach den vom Bundesbauministerium festgelegten Kriterien nur von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB). Nun steigt mit Zertifzierung Bau e.V. ein zweiter Konkurrent in den Ring.

Wie die Zertifizierung mit den vom BMVBS vorgelegten Kriterien funktioniert erarbeiten die Experten derzeit am Beispiel eines Kindergartens. "Wir wollen dabei auch sehen, was für diesen Bereich passt und was nicht", sagt Geschäftsführer Gerhard Winkler im Gespräch mit EnBauSa.de. Zu den Kosten für die von ihm ausgestellten Zertifikate kann er derzeit noch keine Angaben machen.

Ziel sei es, konkurrierende Angebote zur DGNB aufzubauen, erklärt Winkler weiter. "Wir wollen sehen, was der Markt haben will", so Winkler. Corinna Merzyn vom Verband Privater Bauherren freut sich über neue Akteure, "zumal die DGNB bislang als Monopolistin auftreten konnte." DGNB-Geschäftsführerin Christine Lemaitre sieht die Konkurrenz ausgesprochen gelassen: "Die DGNB freut sich über jeden Marktbegleiter, der das nachhaltige Bauen voranbringt."

Neben dem Kindergarten, bei dem die Zertifizierung bereits läuft, lägen bereits weitere Aufträge vor, zu denen schon bald Vorzertifikate veröffentlicht würden, sagt Winkler. Die Zertifizierung nachhaltiger Gebäude soll sich nach seinen Vorstellungen zu einem der wichtigsten Bereiche innerhalb der Zertifizierung Bau e.V. entwickeln. Er habe drei Auditoren, könne die Kapazitäten aber mit einer Zunahme der Anträge schnell erweitern. Bislang wickelt der Verein unter anderem Zertifizierungen nach ISO 9000 ab. Um das angepeilte Wachstum organisatorisch zu bewältigen will man auch die Organisationsform ändern und sich vom Verein zur GmbH wandeln.

Neben einer Zertfizierung bei öffentlichen Gebäuden will der Verein ein System für den Wohnungsbau vorstellen können. Vom Bundesbauministerium erhalte man bei den Vorstößen in dieser Richtung nicht wirklich Unterstützung, beklagt sich Winkler. Das Ministerium arbeite an Vorschlägen für die Zertifizierung von Wohngebäuden, aber auch auf mehrmaliges Nachfragen habe er dort keine näheren Informationen erhalten.

Im Sommer 2011 sei man mit dem eigenen Konzept soweit, sagt Winkler. Im März oder April sollen erste Entwürfe vorliegen, die dann mit den wohnungswirtschaftlichen Verbänden und privaten Hausbauern diskutiert werden können. Bei privaten Hausbesitzern sieht er die Schmerzgrenze bei einer Gebühr von zirka 6.000 Euro. "Bei den jetzigen Vorgaben kommt man in diese Größenordnung", sagt er. Wenn man die Vorgaben minimiere sei die Frage, wie seriös ein Zertifikat dann noch sein kann.

Von unserer Redakteurin Pia Grund-Ludwig

Eine Verwendung dieses Textes ist kostenpflichtig. Eine Lizenzierung ist möglich.
Bitte nehmen Sie bei Fragen Kontakt auf.

Kommentare (0)

Keine Kommentare gefunden!

Neuen Kommentar schreiben

(wird nicht veröffentlicht)

Bitte tragen Sie hier die im Bild dargestellte Zeichenfolge ("Captcha") ein.
Dies dient der Vermeidung von Spam.

CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.