Dämmplatten eignen sich gut für den sommerlichen Wärmeschutz

Dämmstoff punktet mit konstanter Wärmeleitfähigkeit

Der Dämmstoff Calostat besteht hauptsächlich aus Siliziumoxid, ist diffusionsoffen und kpillaraktiv. © Evonik

Das Spezialchemieunternehmen Evonik präsentiert auf der Fachmesse Bau 2015 einen Dämmstoff, dessen Wärmeleitfähigkeit bei Temperaturveränderungen konstant bleibt.

Das Geschäftsgebiet Silica des Spezialchemieunternehmens Evonik Industries AG hat einen Dämmstoff entwickelt, dessen Wärmeleitfähigkeit von 0,019 W(m K) bei Temperaturveränderungen konstant bleibt. Damit eigne sich der Calostat getaufte Dämmstoff besonders gut für den sommerlichen Wärmeschutz, so das Unternehmen.

Im Sommer sind die täglichen Schwankungen der Außentemperatur im Allgemeinen höher als im Winter. Hinzu kommt ein sehr hoher Temperaturunterschied an den Bauteiloberflächen infolge von Sonneneinstrahlung. Der sommerliche Wärmeschutz soll verhindern, dass durch direkte und indirekte Sonneneinstrahlung eine für die Nutzung unzumutbare Aufheizung im Innern eines Gebäudes entsteht. 

Bei herkömmlichen Dämmstoffen ist die Wärmeleitfähigkeit temperaturabhängig. Sie steigt mit steigender Temperatur, so dass die Dämmleistung mit steigendender Temperatur abnimmt. Im Gegensatz dazu bleibe die Wärmeleitfähigkeit von Calostat über einen weiten Temperaturbereich nahezu konstant.

Hinzu kommt dem Hersteller zufolge, dass Calostat ein vergleichsweise günstiges Temperatur-Amplitudenverhältnis (TAV) aufweist. Gemeint ist damit der tägliche Temperaturunterschied von Tag und Nacht, der in einer Kurve für außen und innen dargestellt wird. Es handelt sich hierbei um ein komplexes Zusammenspiel der spezifischen Speicherkapazität, der Dichte des Dämmstoffes und der Wärmeleitfähigkeit, was zusammen eine Phasenverschiebung der Temperatur-Maxima im Wärmedurchgang von außen nach innen verursacht.

Das Bayerische Zentrum für angewandte Energieforschung in Würzburg (ZAE) bescheinige, dass mit Calostat die Phasenverschiebung auf 8 bis 12 Stunden einzustellen ist. Damit kommt der Temperaturdurchgang im Bauteil erst in der Nacht auf der raumseitigen Wandoberfläche an. Dafür und aufgrund der nahezu konstanten und sehr niedrigen Wärmeleitfähigkeit von 0,019 W/(m K) bescheinige das ZAE Calostat einen hervorragenden sommerlichen Wärmeschutz.

Allerdings sind Faktoren wie die Wärmespeicherkapazität und die damit verbundene Phasenverschiebung als Kriterien für den sommerlichen Wärmeschutz umstritten. "Der Hauptenergieeintrag erfolgt über die Fenster. Spätestens ab fünf Prozent Fensterfläche spielen andere Faktoren kaum noch eine Rolle", sagt etwa Andreas Holm, Leiter des Forschungsinstitutes für Wärmeschutz in München.

Calostat wurde speziell für den Bausektor entwickelt. Das Dämmmaterial ist diffusionsoffen, kapillaraktiv und nicht brennbar und besteht hauptsächlich aus Siliziumdioxid. Bemerkenswert ist laut Evonik die hohe Dichte (165kg/m3). Das Leichtbauelement sei zudem gesundheitlich und ökologisch unbedenklich, denn es beinhaltet weder Fungizide, Algizide noch Pestizide. Es verhält sich reaktionsneutral zu anderen Verbundwerkstoffen, ist resistent gegen Umwelteinflüsse wie Schimmelbildung sowie fogging-frei und recyclingfähig. Quelle: Evonik / sth

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Kommentare (2)

  1. Arnold Drewer am 27.10.2014
    das Material hat den Rechenwert 021! (und ist damit nicht besser als Phenolharz). Kostet jedoch circa viermal so viel.
  2. Martin Spickhoff am 27.10.2014
    Wie hoch sind denn die Kosten genau? Was koster der m3 Material? Gibt es schon Zahlen?
    Anmerkung: Im Moment haben wir nur die Informationen aus dem Artikel, mehr im Umfeld der Bau 2015, die EnBauSa-Redaktion

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