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Sonnenschutz ist im Glas integriert

Schaltbares Glas
Schaltbares Glas ist eine Alternative zur Jalousie. Bild: Econtrol

Von Brillen kennt man den Effekt: Wenn Sonnenlicht auftrifft, färben sich die Gläser, verschwindet die Sonne, sind sie nach kurzer Zeit wieder komplett durchsichtig. Das funktioniert auch bei Fensterscheiben. Da allerdings nicht nach Sonneneinstrahlung, sondern per Knopfdruck. Noch sind das aber teure Speziallösungen. In Deutschland bietet nur wenige Unternehmen entsprechende Produkte an. Das beginnt sich zu ändern. Die amerikanische Sage Glass verspricht sich Umsatz durch die Klimaschutzgesetze und baut ihre Produktpalette aus. Auch Saint Gobain steht in den Startlöchern.

Die Eigenschaften des schaltbaren Sonnenschutzglases passen sich den Wettrerverhältnissen an. Wird eine elektrische Spannung angelegt, verfärbt sich das Glas blau. So lassen sich Licht- und Energiedurchlässigkeit per Knopfdruck regulieren. Andere Anbieter bauen ihr Engagement in diesem Segment aus. Vor allem die amerikanische Sage Glass spürt Rückenwind durch die Klimadebatte in den USA.

Sie hat bereits seit einiger Zeit elektrochrome Doppelscheiben im Programm und im Mai 2010 auch schaltbare Dreischeibengläser angekündigt. Unterstützung bei der Erweiterung der dazu notwendigen Produktionskapazitäten erhält das Unternehmen auch von der US-Regierung. Ein 100-Millionen-Dollar-Kredit aus dem Klimaschutzpaket wurde unlängst genehmigt. Bisher ist die Verschattung mit schaltbarem Glas allerdings noch relativ teuer. Aber durch die stärker werdende Konkurrenz und den Ausbau von Produktionsanlagen sollen die Scheiben bald billiger werden.

Regulierung je nach Wetterlage

Das schaltbare Sonnenschutzglas besteht aus einer elektrochromen Verbundglasscheibe mit einer dazwischenliegenden nanostrukturierten Beschichtung. Ein geringer elektrischer Impuls aktiviert den Ionenaustausch und das Glas verfärbt sich. Strom braucht es nur, um den Zustand zu ändern.

Mit einem Handsteuergerät lassen sich bis zu 30 Scheiben in fünf Stufen schalten. Über die Gebäudeleittechnik gesteuert, können die Lichtverhältnisse ganzer Fassaden je nach Bedarf und Wetterlage sogar stufenlos reguliert werden.

Der Wärmedämmwert (Ug) entspricht mit 1,1 W/m²K dem Standard heutiger Wärmeschutzverglasungen. Mit Dreifach-Isolierglas sind sogar Ug-Werte bis 0,5 W/m²K möglich.

Auch in einem Forschungsprojekt am Institut für Solarenergieforschung in Hameln (ISFH) sind Verglasungen entstanden, bei denen der saisonale Sonnenschutz bereits integriert ist. Abhängig vom Sonnenstand sind sie für die solare Einstrahlung mehr oder weniger durchlässig. In dem von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderten Projekt erreichen die Forscher dies durch mikrostrukturierte Folien, deren Transmission vom Einstrahlungswinkel der Sonne abhängt. Großformatige Prototypen kommen im Sommer 2009 auf den Prüfstand.

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