Niedrigenergie- & Passivhaus
Um energetische Verbesserungen und bessere Dämmwerte zu erzielen, ist bei Fenstern eine ausgefeilte Konstruktion von Kammern und Dichtungen notwendig. Diese gibt es sowohl für Kunststoff- als auch für Holz-Alu-Fenster.
Bei Holzfenstern verbessern in die Rahmen integrierte Luftkammern die Dämmeigenschaften, ohne die Tragfähigkeit zu beeinträchtigen. Auch bei Kunststoffprofilen dienen Luftkammern zur Dämmung. Einige Hersteller bieten zudem Thermodämmkerne an. Diese werden in die Profile eingeschoben. Damit lassen sich Werte wie bei Fenstern für ein Passivhaus mit einem U-Wert von unter 0,8 W/m2K erreichen. Gearbeitet wird zudem an neuen Materialien wie faserverstärkten Werkstoffen. Diese vermeiden Stahlarmierungen und verhindern Wärmeverluste.
Der Einsatz von Passivhausfenstern ist mittlerweile nicht mehr auf Passivhäuser beschränkt. Nach Ansicht von Fachleuten bieten sie in der Montage in Kombination mit Wärmedämmverbundsystemen (WDVS), die bis zu 200 Millimeter stark sind, Vorteile. Setzt man sie nicht nur mauerwerksbündig in die Fassade, sondern noch weiter nach außen, kann man dazu passend dämmen. Wenn man die Leibungen nachbehandeln muss, ist das ein zusätzlicher Aufwand. Passivhausfenster sind mit bis zu 400 Euro pro m2 aber derzeit noch signifikant teurer und werden nur in Einzelfällen für andere Häuser verwendet.
Komplettlösungen im Trend
Notwendig ist zudem bei einem Tausch der Fenster ein Überdenken des Gesamtsystems Haus, um nicht Probleme durch Schimmel zu bekommen. Möglicherweise wird kontrollierte Wohnungslüftung notwendig. Die meisten Systemhersteller für Fenster bieten deshalb komplette Lösungen an. Dazu gehören Türen, aber auch Heizungen, Lüftung und Solaranlagen. In den Fokus rückt dabei auch das Thema elektronische Gebäudesteuerung, das mit dichteren Fenstern notwendiger wird. Dazu gehören aber auch Lüftungselemente in den Beschlägen.
Im Rahmen des Projekts "Hochwärmedämmende Fenster- und Fassadensysteme" (HWFF) haben Expertinnen und Experten aus Forschungsinstituten und Industrie ein schlankes Fensterprofil auf Passivhaus-Niveau entwickelt, das mit einer Bautiefe von 90 mm auskommt. Die Bautiefe ist einer der Knackpunkte bei energieeffizienten Fenstern. Im Passivhausbereich liegt sie heute bereits bei 100 mm und mehr.
Das neu entwickelte, schlanke Fensterprofil hat einen Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Wert) von 0,68 W/m²K. Herzstück des Rahmens ist ein Isolierschaum aus Polyurethan. Die durch die Aufschäumung entstehenden dünnen Wände mit Lufteinschlüssen führen zu einer geringen Wärmeleitfähigkeit. Warm- und Kaltseite sind thermisch weitestgehend voneinander entkoppelt. Da das Profil aus einem einzigen Material besteht, ergeben sich bei der späteren Entsorgung keine Probleme mit der Sortierung oder Verwertung.
Auch Wärmeschutz ist wichtig
Eine dünne Schicht aus formstabilem und wetterfestem Polyurethan-Vollmaterial umhüllt den Schaumkern. Die Funktionshülle besitzt eine variable Wandstärke und sichert die mechanischen und statischen Eigenschaften des Rahmens.
Beim Glas ist man mit einem U-Wert zwischen 0,5 und 0,7 W/m²K derzeit am Ende der Fahnenstange angelangt. Es gilt jetzt Konzentration auf die energetische Verbesserung der Rahmen. Wichtig sind aber nicht nur die Dämmeigenschaften im Winter, sondern auch der sommerliche Wärmeschutz. Ursache für die einseitige Betrachtung nur des winterlichen Wärmeschutzes sind auch die bestehenden Energie-Label und die in der EnEV 2009 enthaltenen Referenzwerte.
Seit dem 1. Februar 2010 ist die CE-Kennzeichnung für Fenster und Außentüren europaweit verpflichtend. Allerdings wird die CE-Kennzeichnung nicht vergeben, sondern eigenverantwortlich vom Hersteller der Fenster und Türen angebracht.










