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Mindestbedarf liegt bei 45.000 kWh Heizleistung

VW-Lichtblick-KWK taugt nur für große Kunden

17.09.2009, 06:00

VW Caddy
Ein Caddy-Gasmotor soll Kleinkraftwerke antreiben. Bild: VW

Die Ankündigung von VW und Lichtblick, kleine Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen in private Keller zu stellen und zu einem virtuellen Kraftwerk zu koppeln, hat hohe Wellen geschlagen. Allerdings werden keineswegs alle von der neuen Technologie profitieren.

"Bei näherem Hinsehen zeigt sich, dass Privatkunden angesprochen werden, die einen Wärmebedarf von 45.000 KWh haben sollten, was zirka 4.500 Litern Heizöl entspricht. Wer mit seinem Einfamilienhaus einen derart hohen Wärmebedarf hat, sollte sich allerdings zuerst mit der Gebäudesubstanz, also der Dämmung des Gebäudes, beschäftigen", meint Jörg Huber, Experte für Energiefragen bei der Verbraucherzentrale in Hamburg. Es werde sich zeigen, wie mit Einfamilienhausbesitzern verfahren werde, die ihr Gebäude bereits gedämmt haben und auf das Angebot zurückgreifen wollen.

Für Ralph Kampwirth, Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei Lichtblick, ist diese Frage schon beantwortet: Diese Kunden möchte man nicht haben. Damit sich die Stromerzeugung nämlich überhaupt rechnet, ist ein bestimmter Grundbedarf an Wärme notwendig. Man spreche deshalb eher Besitzer von Mehrfamilienhäusern an, so Kampwirth. Und dass die Besitzer von Energieschleudern sich ein Kleinkraftwerk in den Keller stellen und dafür die Dämmung vernachlässigen, wolle man verhindern: "Wir werden keine extrem energieuneffizienten Häuser beliefern", verspricht Kampwirth.

Dass das Produkt bislang in vielen Medien als Lösung für Einfamilienhäuser behandelt wurde, bedauert Kampwirth, da könne man eben die Medien nicht steuern, einen Marketingfehler mag er darin nicht sehen. Allerdings wird es unter dem Namen "Zuhausekraftwerk" vermarktet, was eine Nutzung durch Einfamilienhäuser durchaus nahelegt.

Aus dem Bundesumweltministerium kam von Beginn an Unterstützung für das gemeinsame Vorhaben. Schließlich sollen im Werk Salzgitter bei VW die Kraftwerke hergestellt und damit Arbeitsplätze gesichert werden. Es sei zwar kein Konzept für ein wärmegedämmtes Einfamilienhaus, sondern eher für Mehrfamilienhäuser, Gewerbeeinheiten oder gemeinsam versorgte Einfamilienhäuser. Ein flexibles System der Stromerzeugung, indem schwankende regenerative Energien durch nach Bedarf steuerbare Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen ergänzt werden können, sei aus Sicht des Bundesumweltministeriums aber in jedem Fall sinnvoll, argumentiert Ronald Heinemann, Pressesprecher des Ministeriums.

Auf der Internet-Plattform bhkw-prinz.de wird das Angebot dagegen teilweise kritisch diskutiert. Zum einen seien die Absatzzahlen angesichts der bisherigen Akzeptanz von KWK-Anlagen viel zu hoch gegriffen. Auch die Frage der Förderung sei kritisch. Förderfähig seien nur KWK-Anlagen, die wärmegeführt ausgelegt sind, das heißt der Wärmebedarf steuert die Betriebsweise der Anlage und eben nicht, wie Lichtblick beabsichtigt, der Strombedarf. Stehe die Wärmeführung aber in Frage, entgingen dem Betreiber einer Anlage vom Kaliber eines VW-BHKW bis zu 20.000 Euro an Investitionszuschuss. pgl

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