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Verband: Energieeinsparung führt zu schlechterer Durchlüftung

Viele Gebäude haben mikrobielle Probleme

27.08.2011, 00:00

Die Erfahrung aus tausenden chemischen und mikrobiologischen Untersuchungen in hunderten von Gebäuden führt zu der Erkenntnis, dass in der Mehrzahl der Gebäude ein chemisches oder mikrobiologisches Problem vorliegt, sagt Gerhard Führer, von der IHK Würzburg-Schweinfurt öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Schadstoffe in Innenräumen. Studien und Schätzungen führten außerdem zu der Befürchtung, dass in mehr als der Hälfte aller Wohnungen sichtbare oder verdeckte Schimmelpilzschäden vorlägen, so der Fachmann weiter.

Als Ursache kann die immer komplexere Erstellung von Gebäuden über die vergangenen Jahrzehnte gesehen werden. Heute werden chemische Verbindungen eingesetzt, die früher unbekannt waren. Der Effizienzdruck führt zu zügig errichteten und genutzten Gebäuden, die nicht mehr ausreichend abtrocknen. Und nicht zuletzt die Abdichtung der Gebäude zur Energieeinsparung führt zu einer schlechten Durchlüftung moderner Gebäude. Selbst wenn dem mit Lüftungsanlagen entgegengewirkt wird, muss festgestellt werden, dass diese Anlagen durch mangelnde Wartung zum Teil selbst zu Bakterien- oder Pilzschleudern werden. "Wir brauchen eine neue Baukultur, die gesundheitliche Belange stärker berücksichtigt. Dies geht nur über eine fachübergreifende Zusammenarbeit mit erfahrenen Spezialisten wie Innenraumanalytikern, Bausachverständigen, Sanierern, Juristen und Ärzten", argumentiert Führer.

Der BVS empfiehlt die Fortbildung aller am Bau Beteiligten einschließlich der Auftraggeber, auch wegen des künftigen Gebäudeunterhalts. Er fordert, dabei Heizungs- und Lüftungskonzepte zu berücksichtigen. Der Verband warnt vor dem unkontrollierten Eintrag chemischer Verbindungen und rät zur Auswahl emissionsarmer Materialien und Bauprodukte sowieso zur Volldeklaration aller Inhaltsstoffe. Der BVS setzt sich außerdem für die Minimierung der Folgen von Witterungseinflüssen, Neubaufeuchte und Schadensereignissen durch handwerklich machbare, fehlertolerante und sichere Konstruktionen mit geringem Schadenspotenzial sowie Baufeuchtemanagement ein.

Man solle die Fachplaner für "Innenraumhygiene" einbeziehen, wie dies für Tragwerksplanung und Haustechnik schon lange üblich ist.

Nach dem Bau oder der Sanierung solle die Überprüfung der Raumqualität zur Leistungskontrolle und Sicherheit der Raumnutzer durchgeführt werden. Bei gesundheitlichen Beschwerden der Raumnutzer müsse es eine chemische und mikrobiologische Bestandsaufnahme in den Innenräumen geben. Bei Wasserschäden hält der Verband eine mikrobielle Bestandsaufnahme unmittelbar nach dem Schadensereignis sowie vor Beginn der Instandsetzung für zwingend nötig. Bei energetischen Sanierungen, die häufig mit dem Abdichten der Gebäudehülle einhergehen und dadurch möglicherweise die Schadenstoffbelastungen im Gebäude verschärfen, müsse im Vorfeld solcher Maßnahmen die innenraumhygienische Situation erfasst und bewertet werden. Quelle: BVS Bayern / fral

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