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Wintergärten und Dachfenster sollten Hitzeschutz haben

Verschattung hält Sommerhitze draußen

07.08.2014, 06:30

Dimmbares Glas im Wintergarten
Dimmbares Glas kann Wintergärten vor Überhitzung schützen. © Econtrol

Sonne tut gut, wenn man sie im Freien genießen kann. In der Wohnung und besonders in Wintergärten und unter dem Dach kann zu viel Sonne aber zu unangenehm hohen Temperaturen führen. Klimageräte helfen, schlucken aber ordentlich Energie. Sonnenschutz und automatisierte Lüftung helfen auch dann, wenn man tagsüber nicht für Frischluftzufuhr und Durchzug sorgen kann.

Am besten ist es, die Sonne an heißen Tagen erst gar nicht in die Wohnung zu lassen. Alle Räume sollten in den kühlen Morgenstunden gründlich gelüftet werden. Abhilfe gegen die Mittagshitze schafft Verschattung, am besten durch außenliegenden Sonnenschutz. Der verhindert, dass die Sonne auf die Scheiben brennen kann. Besonders effektiv sind außen liegende Rollläden. Die können auch vor Einbrechern schützen.

Wer Rollos hat die ausklappen oder Markisen und tagsüber nicht zu Hause ist, sollte außerdem Sensoren anbringen, die diese bei Sonne ausfahren und bei Regen oder Wind einfahren, um das Material zu schonen.

Gute Nachrichten für Mieter: Sie dürfen an ihren Balkonen Markisen anbringen. Der Vermieter muss das in der Regel dulden. Ein entsprechendes Urteil hat das Amtsgericht München vor kurzem gefällt. Der Schutz vor Sonne auf dem Balkon sei "sozial übliches Verhalten zum berechtigten Wohngebrauch des Mieters", so die Richter. Der Vermieter müsse auch dulden, dass eine derartige Markise mit der Decke des darüber liegenden Balkons verschraubt wird. In dem Fall hatte der Mieter außerdem zugestimmt die Markise so zu gestalten wie der Vermieter dies wünsche. Besser als ein Gang vor Gericht ist es aber allemal sich im Gespräch zwischen Mieter und Vermieter auf eine vernünftige Lösung zur Verschattung der Wohnung zu einigen.

Die meisten Anbieter von Verschattungsprodukten bieten umfangreiche Sets, um diese entweder wetterabhängig oder aus der Ferne zu steuern. So bietet Warema etwa seit einiger Zeit auch Verschattungsprodukte, die sich über ein drahtloses lokales Netzwerk (WLAN) ansteuern lassen, inklusive App. Die zeigt dann unterschiedliche Rollläden oder Markisen und ermöglicht es, diese hoch- oder runter zu fahren.

Eine ähnliche Lösung hat Somfy mit Tahoma Connect im Programm. Seit kurzem kassiert der Anbieter dafür keine monatliche Grundgebühr mehr und will so die Akzeptanz der Lösung steigern. Über die Io-Homecontrol-Funkempfänger lassen sich neben der Verschattung auch Fenstergriffe zur Lüftung steuern, aber auch Gefahrenmelder anschließen.

Vor allem für Wintergärten ist guter Sonnenschutz wichtig, um eine Überhitzung zu vermeiden. Neben sensorgesteuerter Verschattung sollte man auch auf passendes Glas achten. Bei sehr großen Glasflächen ist ein geringer g-Wert sinnvoll. Der definiert, wie viel Hitze Glas durchlässt. Teilweise ist der Wärmeeintrag gewollt, um etwa im Winter die solaren Erträge zu nutzen. Es gilt aber, ein Zuviel im Sommer zu vermeiden.

Eine Lösung könnte auch dimmbares Glas sein. Das passt sich bei Sonnenstrahlung an, ähnlich wie manche Brillen. Es wird aber nicht nur dunkler, auch der g-Wert und damit der Hitzeeintrag sinkt. "Wir können in unserem Produkt bereits bei 15 Prozent Lichttransmission den g-Wert bis 12 Prozent senken",  sagt Hartmut Wittkopf von Econtrol aus Plauen. Econtrol ist einer von nur zwei Anbietern für dimmbares Glas in Deutschland. Ein zweiter ist seit Anfang 2013 Sage Saint-Gobain, dieser adressiert aber stärker Bürogebäude.

Econtrol setzt auf die Nutzung solarer Gewinne im Winter und hat die Variante Econtrol 55/12 vorgestellt. Das Glas ist mit 55 Prozent Lichttransmission deutlich heller als die Vorgängervarianten und erlaubt mit einem maximalen g-Wert von 40 Prozent im Winter die Nutzung eines höheren Anteils der Sonnenenergie zur Gebäudeerwärmung. "Wir arbeiten weiter daran, die Hellwerte zu erhöhen, um auch im Winter vergleichbare Energiegewinne zu erzielen", so Wittkopf. Der Preis für solche Glasvarianten liegt aber immer noch bei mindestens 600 bis 650 Euro pro Quadratmeter, teilweise auch deutlich darüber.

Unter dem Dach machen automatisierte Lösungen zur Verschattung Sinn. Die bieten die großen Dachfensterhersteller Velux und Roto, aber auch Lösungen unabhängiger Hersteller lassen sich teilweise für Dachfenster anpassen.

Velux und Roto haben in den vergangenen Monaten die Möglichkeiten ausgebaut, automatisch und benutzergesteuert für bessere Luft und weniger Hitze unter dem Dach zu sorgen. Velux hat zu Jahresbeginn drei neue Lüftungstechnologien vorgestellt, die einen nutzerunabhängigen Luftwechsel garantieren sollen. Smart Ventilation nennt das Unternehmen einen Lüfter für seine Dachfenster, der konstante Frischluftzufuhr garantiert, dabei aber für Wärmerückgewinnung sorgt. Wärmerückgewinnung ist eher ein Thema für das regelmäßige Lüften im Winter. Die zweite Neuheit wurde gemeinsam mit Renson entwickelt: ein selbst regulierendes Lüftungselement für Zu- und Abluft. Das dritte neue Produkt modifiziert die herkömmliche Griffleiste des Dachfensters und ergänzt sie um ein bedarfsgesteuertes Zuluftelement. Velux unterstützt wie Somfy Io-Homecontrol als System der Haussteuerung.

Konkurrent Roto kooperiert mit Becker und hat eine Lösung entwickelt, die sich ebenfalls über ein drahtloses lokales Netzwerk steuern lässt. Basis ist der Gebäudeautomations-Standard KNX. Dieser erlaubt die Kombination von Produkten unterschiedlicher Hersteller. von Pia Grund-Ludwig

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