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Besserer rechtlicher Schutz der Bauherren gefordert

Verbraucherzentrale: Baufirmen übervorteilen Hausbauer

15.07.2009, 08:59

Zwei Männer diskutieren
Beratung kann bei Bauverträgen vor bösem Erwachen schützen. Bild: Wole Onigbanjo/Pixelio

"Bevor man baut, sollte man den Vertrag mit dem Bauunternehmen von einer neutralen Stelle überprüfen lassen", rät Hyewon Seo, Referentin Nachhaltiges Bauen und Wohnen beim Bundesverband der Verbraucherzentralen gegenüber EnBauSa. Die baden-württembergische Verbaucherzentrale kommt zu einer ähnlichen Einschätzung: "Kunden werden von Baufirmen im Rahmen des rechtlich gerade noch Zulässigen systematisch benachteiligt", schreiben die Schwaben in ihrer Analyse.

Von den 200 Bauverträgen die in Baden-Württemberg durch die Verbraucherzentrale jährlich geprüft werden weisen zirka 75 Prozent grobe Mängel auf, schätzt Helga Bächle, Referentin Bauen und Wohnen der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Das bedeutet nicht, dass es dann in einem solch hohen Prozentsatz der Fälle auch zu Auseinandersetzungen kommt. Die Verträge sind aber so formuliert, dass die Bauträger Probleme etwa bei Verzögerungen auf die Bauherren abwälzen können.

Bauleistungen müssten besser beschrieben werden, fordert Seo. Für Bauherren sei es oft zu schwierig genau zu wissen, was mit Beschreibungen in Angeboten gemeint sei. Regelungen seien auch für den Fall der Insolvenz notwenig, sagt Seo. Geht der Bauunternehmer pleite, hat sein Kunde meist mehr bezahlt, als an Gegenwert auf der Baustelle steht. Für die Fertigstellung der Bauruine muss er unverhältnismäßig viel Geld aufbringen. 

Die Überprüfungen der Verbraucherzentralen zeigen: Unerfahrene Bauherren erkennen nicht, dass sie bis zur Fertigstellung einer Immobilie erhebliche Zusatzkosten bestreiten müssen. Die überprüften Leistungsbeschreibungen waren häufig sehr unbestimmt und haben Änderungsvorbehalte zu Gunsten der Baufirmen enthalten. "Der Bezug auf Normen suggeriert besondere Qualität, wo nur Mindeststandards erfüllt werden", so die Verbraucherzentrale.

Zu den üblichen Tricks gehört auch dass für den Bau notwendige Leistungen wie  Anschlüsse für Gas, Wasser, Strom oder die Deponierung des Erdaushubs nicht erwähnt würden, mahnen die Verbraucherschützer.

Regelmäßig in Verträgen verschwiegene finanzielle Stolperfallen sind die Ausstattung nach Bemusterung, die nach Vertragsunterzeichnung konkretisiert wird. "Hier kommen schnell zehntausende Euro zusätzlicher Kosten zusammen", warnt die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. pgl

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