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Unipor-Leitung kritisiert EnEV-Entwurf

Unipor-Ziegel-Gruppe zeigt Lösung zur Bauteilaktivierung

22.01.2013, 06:09

Flächenheizung Unitherm von Unipor
Unitherm-Flächenheizungslemente können auch nach Kundenvorgabe gefertigt werden. © Silke Thole

Die Unipor-Ziegel-Gruppe hat ihr Sortiment aus gedämmten und ungedämmten Mauerziegeln um ein Ziegelelement mit integrierten Heizrohren erweitert. Das Flächenheizungssystem Unitherm wird im unteren Bereich einer Wand eingebaut und aktiviert von dort das umgebende Mauerwerk, das heißt, die Wand wird erwärmt und strahlt die Wärme an den Raum ab. Strahlungswärme wird allgemein als sehr angenehm empfunden.

Ein Vorteil gegenüber gängigen Flächenheizungssystemen ist der geringe Flächenbedarf. Es müsse lediglich im unteren Bereich der Wand ein Streifen mit Flächenheizungsmodulen installiert werden, um die gesamte Wand zu temperieren, so Unipor. "Wird der untere Wandbereich über das Heizelement auf 25 Grad erwärmt, beträgt die Wandtemperatur oben an der Decke noch 23 Grad", berichtete auf der Messe Bau 2013 Thomas Fehlhaber, Geschäftsführer der Unipor-Ziegel-Gruppe.

Wie andere Flächenheizungssysteme auch lässt sich Unitherm mit allen gängigen Wärmeerzeugern kombinieren, bietet sich aber aufgrund der geringen erforderlichen Vorlauftemperatur für die Kombination mit einer Wärmepumpe oder anderen alternativen Energiegewinnungssystemen wie Solarthermie an. Die Abmessungen der Heizelemente sind so gewählt, dass sie sich gut in eine massive Ziegelwand – etwa aus den hochwärmedämmenden gefüllten Unipor-Coriso-Ziegeln – einbauen lassen. Ein Element entspricht genau zwei Steinhöhen nach DIN-Steinraster. Unipor betont jedoch die Flexibilität des Systems. Dieses lasse sich nicht nur in Neubauten, sondern auch in Bestandsgebäude einbauen und sei nicht nur als Wand, sondern auch als Fußboden- oder gar Deckenheizung einsetzbar.

„Unitherm ist unser Beitrag zu einem ganzheitlichen Energiemanagement. In Kombination mit unseren hochwärmedämmenden Mauerziegeln bieten wir somit ein Gesamtpaket, das sowohl die aktive Wärmeverteilung als auch den passiven Wärmeverlust positiv beeinflusst“, so Fehlhaber, der im Rahmen der Unipor-Pressekonferenz auf der Bau kritisierte, dass der vorgelegte Referentenentwurf für die Energieeinsparverordnung 2013 in Sachen Anforderungsverschärfung den Sanierungsbereich ausklammert. Die gestiegenen Anforderungen würden allein dem Neubau aufgebürdet. Da das Mauerwerk aktueller Neubauten bereits heute hochwärmedämmend ausgeführt werde, seien hier weitere Einsparungen jedoch nur mit exorbitantem Aufwand zu erreichen, sagte Fehlhaber. 

"Weniger als ein Prozent der Gebäude in Deutschland sind Neubauten", ergänzte Anton Hörl, Vorstandsvorsitzender der Unipor-Gruppe und Geschäftsführer des Mitgliedsunternehmens Hörl & Hartmann-Ziegelwerke. "Der Referentenentwurf sei am ehesten mit den Worten "großer Aufwand, geringe Wirkung" zu beschreiben.

Zwar hat Unipor als einziger Ziegelanbieter in Deutschland einen Passivhaus-zertifizierten Wandziegel im Programm – mit dem Dämmstoff-gefüllten Ziegel Coriso W07 lassen sich in monolithischer Bauweise Wände mit einem U-Wert von 0,14 W/m²K errichten - doch mit der Errichtung von Passivhäusern im großen Stil sei nicht zu rechnen, so Fehlhaber. "Der enorme planerische Aufwand und die Zusatzkosten führen dazu, dass solche Bauvorhaben weiterhin nur Leuchtturmcharakter haben." sth

 

 

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