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Belastung ist geringer als bislang angenommen

Sto stellt Studie zur Auswaschung von Bioziden vor

02.11.2012, 11:34

In einer Feldstudie hat die Fraunhofer-Gesellschaft für Bauphysik nachgewiesen, dass die Auswaschungsmenge von Bioziden aus Fassaden niedriger ist als bislang angenommen. Das berichtet Sto. Insbesondere Farben und Putze, in denen der Wirkstoff gekapselt eingesetzt werde, gäben nur geringe Mengen ab, so der Hersteller.

"Die notwendige Wirkstoffmenge lässt sich heute sehr genau einstellen - so viel Schutz wie nötig, so wenig Algizid wie möglich", sagt Werner Duttlinger, Leiter der Analytik, Prüf- und Verarbeitungstechnik bei Sto. Das Unternehmen zitiert eine Studie der Fraunhofer-Gesellschaft für Bauphysik. Diese belege, dass Mittel zum Schutz von Fassaden vor Algen- und Pilzbefall aus hochwertigen Putzen und Farben bei weitem nicht so stark ausgewaschen würden wie angenommen. Zudem senke der Einsatz verkapselter Wirkstoffe die Austragungen.

Biozide werden eingesetzt, um das Algenwachstum an wärmegedämmten Wänden zu verhindern. Vermutet wurde bisher, dass die Schutzstoffe relativ schnell ausgewaschen werden und so die Umwelt unnötig stark belasten. Dann sei die Fläche zudem nicht mehr vor Befall geschützt. Algizide und Fungizide  müssen wasserlöslich sein um zu wirken.

Das Fraunhofer-Institut für Bauphysik in Holzkirchen hat 2010/11 die Biozid-Auswaschung an den Westfassaden zweier baugleicher Häuser gemessen. Auf jeweils der Hälfte der Fassaden kam ein hochhydrophober Putz nach DIN EN 15824 auf ein organisches Wärmedämm-Verbundsystem. In dem Oberputz, der bereits selbst deutlich weniger Wirkstoff freisetzt als einfachere Produkte, waren die bioziden Wirkstoffe verkapselt (Haus 1) beziehungsweise frei (Haus 2) eingesetzt - jeweils in den gleichen Konzentrationen.

"Verkapselt" bedeutet, dass der Wirkstoff von einem Polymer umhüllt ist, das exakt auf den Wirkstoff und den Beschichtungsstoff abgestimmt ist. So lässt sich die Löslichkeit des Wirkstoffs gleichmäßig auf ein niedriges, aber wirksames Niveau einstellen.

Die Konzentration der Wirkstoffe lag beim Versuch in Holzkirchen bei 1,6 Gramm pro Quadratmeter Fassadenfläche (entprechend 0,62 Gramm pro Kilogramm fertigem Oberputz). Da Holzkirchen in einem niederschlagsreichen, stark schlagregenbeanspruchten Gebiet liegt (Normalregen-Jahresmittel 1190 l/m²), dürften die gemessenen Werte einem zu erwartenden maximalen Wirkstoffaustrag in das Fassadenablaufwasser entsprechen.

Das Ergebnis: Bei den freien unverkapselten Verbindungen werden im ersten Jahr zwischen 3,7 und 11,8 Prozent der Gesamtwirkstoffmenge ausgewaschen, bei den verkapselten Wirkstoffen zwischen 1,5 und 4,9 Prozent. "Die Annahme, Biozide seien bereits nach ein bis zwei Jahren vollständig ausgewaschen, wurde bei hochwertigen Baustoffen klar widerlegt. Zudem belegt der Freilandversuch, dass verkapselte Biozide zu einem erheblich geringeren Teil aus einem hochhydrophoben Putzsystem ausgetragen werden als bei herkömmlichen", fasst Duttlinger zusammen. Quelle: Sto / pgl

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