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Schule in Erding wurde für ihr Energieeffizienz-Konzept ausgezeichnet

Schüler lernen ab 2010 in Passivhaus-Bau

27.07.2009, 09:35

Passivhaus-Schule in Erding
Schule in Erding wird zum Passivhaus umgebaut. Bild: Kplan

Schüler und und Lehrer der Berufs- und Fachoberschule im bayrischen Erding sollen ab 2010 in einer Schule in Passivhausbauweise lernen und arbeiten. Das Gesamtkonzept hat ihr eine Auszeichnung des Stromkonzerns Eon eingebracht. Ziel ist es, ein Gebäude zu erstellen, dessen Heizwärmebedarf kleiner als 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr (kWh/m2a) ist und dessen Primärenergiebedarf unter 120 kWh/m2a liegt.

"Das Projekt ist ein Meilenstein für viele neue Schulgebäude. Denn der enorme Energieverbrauch für Wärme, Lüftung, Beleuchtung und Kühlung kann in einem bundesweit bisher nicht erreichten Grad verringert werden", meint Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Die Organisation unterstützt das Projekt mit rund 765.000 Euro.

Die Wärmeversorgung des Gebäudes wird durch Anschluss an die vorhandene Geothermie-Fernwärmeversorgung der Stadt Erding bewerkstelligt. Eines der Elemente, das für einen niedrigen Energiebedarf sorgen soll, ist ein Glasdach über dem Atrium. Im Sommer soll es so verschattet werden, dass sich die Hitze nicht im Lichthof staut. Im Winter wird die Wärme, die sich unter dem Dach des Atriums sammelt, abgesaugt und über eine Wärmerückgewinnungsanlage genutzt. Zudem hält eine hochdichte Dämmung die Wärme im Haus.

Das Atrium dient auch Abluftschacht und Pufferzone für die kontrollierte Lüftung: Natürliche Luftströme im Haus werden durch mechanische Ventilatoren unterstützt und sorgen so für permanente Frischluft. Zusätzlich würden warme und kalte Luftmassen verteilt. Gegenüber herkömmlichen Lüftungsanlagen wird der Kohlendioxidausstoss damit um 40 Prozent gesenkt werden, sagen die Planer.

In den warmen Sommermonaten erfolgt die Klimatisierung der Klassenräume über einen geschlossenen Kreislauf mit kühlem Grundwasser. Zusätzlich werden motorisierte Klappen an den Balkontüren kühle Luft ins Haus lassen. Strom für Licht werde durch empfindliche Sensoren eingespart: selbstständig und je nach Bedarf im Raum teilen sie quasi das Licht zu. Die Fertigstellung ist für 2010 geplant. Die Baukosten liegen bei 17 Millionen Euro.

Bei der Ausschreibung wollen die Planer einen Sonderweg gehen. Es ist vorgesehen, die Leistungsverzeichnisse in Form einer Generalunternehmerausschreibung herauszugeben. "Die Generalunternehmerausschreibung empfiehlt sich, weil aufgrund der komplizierten Materie und der hohen technischen Interdependenzen zwischen einzelnen Gewerken Schnittstellenprobleme vermieden werden können", sagen sie. Ob eine solche Ausschreibung möglich ist, wird durch durch die Rechtsaufsicht geprüft.  Bayern lässt grundsätzlich im Widerspruch zur BGH- und EUGH-Rechtssprechung Generalunternehmer oder  Generalunternehmeraus-schreibung nur unter erschwerten Bedingungen zu.

Während der Bauphase sind über die übliche Bauleitung hinaus an den kritischen Stellen technische Zwischenabnahmen vorgesehen (Fassade, Fenster, Decke). Gegebenenfalls wird in einem Musterbereich ein erster Blower-Door-Test durchgeführt. Mit diesen Tests lässt sich feststellen, ob die Gebäudehülle luftdicht ist. Das ist Voraussetzung für erfolgreiche Passivhausbauweise und die entsprechenden Energieeinsparungen. pgl

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