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Begriff der Nachhaltigkeit wird inflationär verwendet

Sauerbruch: Nachhaltige Konzepte fehlen noch

22.07.2009, 08:00

Die Debatte um die Nachhaltigkeit in der Architektur ist in vollem Gange. Mit dem Deutschen Gütesiegel für Nachhaltiges Bauen hat das Bundesbauministerium in Kooperation mit der DGNB ein erstes Instrument geschaffen, das eine Bewertung von Gebäuden erlauben soll.

Bislang sind die Zertifikate für Nichtwohngebäude fertig, entsprechende Siegel für Wohngebäude sind in Arbeit. Drei Gebäude haben bereits Zertifikate erhalten, zahlreiche andere Vorzertifikate für die Bau- oder Sanierungsphase. In zahlreichen großen Umbauprojekten wie der Sanierung der Deutsche-Bank-Türme in Frankfurt sind die Kriterien des Siegels Richtlinien für die Umbaukonzepte. Auch der Flughafen Tegel soll ein Nachhaltiges Wohnquartier werden. Wer die Siegel in Zukunft vergeben wird, ist im Moment noch nicht entschieden.

Doch immer noch ist die Debatte um nachhaltiges Bauen in Fluss, sagte der Architekt Matthias Sauerbruch im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung. Er beklagt eine inflationäre Verwendung des Begriffs der Nachhaltigkeit, die nicht hilfreich sei. Der Begriff werde oft als trojanisches Pferd für kommerzielle Interessen verwendet.

Es sei jedoch offensichtlich, dass derzeit der sogenannte ökologische Fußabdruck der globalen Zivilisation die Fähigkeit der Regeneration des Planeten übersteige. Darauf müsse man auch als Architekt reagieren. Für Sauerbruch besteht Nachhaltigkeit zum einen aus einer Reduzierung des Ressourcen-und Energieverbrauchs. Außerdem gebe es aber auch eine qualitative Dimension.

Zu dieser Dimension zählt  Sauerbruch unter anderem, wie gut ein Haus funktioniert, wie anpassbar an zukünftige Nutzungsweisen es ist und welche „ästhetischen und emotionalen Qualitäten“ es besitzt. Dazu gehört für ihn auch der Begriff der Behaglichkeit. Das umfasst in einem Bürogebäude neben Licht, Luft und Wärme auch die Materialien, mit denen die dort Arbeitenden sich umgeben.

Im Moment, so Sauerbruch weiter, gebe es aber „noch keine architektonische Sprache für nachhaltiges Bauen“, es gebe noch viele Experimente. Deshalb sei es wichtig, dass es möglich sei, noch alle Wege auszuprobieren. pgl

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