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Zuwachs bei Neubauten setzt sich 2011 fort

Sanierung ist der Motor der Bauindustrie

29.12.2010, 08:05

Haus mit Baugerüst
2011 wird die Zahl der Baugenehmigungen weiter zunehmen. Bild: Sto

Bis Jahresende 2010 werden 157.000 neue Wohnungen in Wohngebäuden genehmigt, schätzt der Brancheninformationsdienst BauInfoConsult. Das entspricht einem Zuwachs von rund 4 Prozent gegenüber 2009. Für das Eigenheimsegment erwartet BauInfoConsult einen Genehmigungsanstieg von 3 Prozent, bei Wohnungen in Mehrfamilienhäusern beträgt die Steigerung sogar 4 Prozent. 2011 werde die Entwicklung wohl etwas flacher verlaufen, doch zeichne sich bereits jetzt ein ordentliches erstes Quartal ab.

Im Geschosswohnungsbau wurden 2010 monatlich durchschnittlich 4.000 Wohnungen genehmigt. Das sei zwar keine spektakuläre, aber solide Entwicklung, so die Marktbeobachter aus Düsseldorf. Und die werde sich auch 2011 fortsetzen. Als Grund dafür nennt BauInfoConsult, dass viele Ankündigungen und Maßnahmen der Bundesregierung auf eine vermieterfreundlichere Politik hin deuten. Zusammen mit der Aussicht auf wieder steigende Mietpreise stützte dies die Bereitschaft, in den Neubau von Mietwohnungen zu investieren. Beispielsweise hatte Kanzlerin Angela Merkel im Oktober angekündigt, dass Vermieter künftig mehr von den Kosten einer energetischen Sanierung auf die Mieter umlegen können sollen.

Insgesamt dürfte die Zahl der Baugenehmigungen im Geschosswohnungsbau im ersten Quartal 2011 um 6 Prozent unter dem – allerdings traumhaften – Ergebnis des ersten Quartals 2010 liegen und um ein Sechstel unter dem für das vierte Quartal 2010 zu erwartenden Ergebnis.

Anders die Entwicklung bei den Ein- und Zweifamilienhäusern: Hier rechnen die Marktbeobachter in den ersten drei Monaten des neuen Jahres mit einem Genehmigungsanstieg von 4 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Gegenüber dem noch laufenden vierten Quartal 2010 bedeutet das jedoch einen herben Einbruch um über 10 Prozent. Grund für die vergleichsweise guten Zahlen 2010 ist das Dauertief der Bauzinsen. Für 2011 rechnen Finanzexperten vor dem Hintergrund der sich zuspitzenden Eurokrise jedoch mit einem Zinsanstieg. BauInfoConsult geht aber davon aus, dass sich die Zinsen im kommenden Quartal trotz Anstieg in attraktiven Bahnen bewegen werden.

Die deutsche Bauwirtschaft erwartet für 2011 insgesamt eine schwarze Null bei der Umsatzentwicklung. 2010 werden die Mitgliedsbetriebe der Bundesvereinigung Bauwirtschaft (BVB) laut ihrem Vorsitzenden Karl-Heinz Schneider 191 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaften, das sind 1,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Für 2011 erwartet die Brnache 191,5 Milliarden Euro Umsatz.

Für die rund 300.000 Betriebe des deutschen Bau- und Ausbauhandwerks sei die konjunkturelle Entwicklung höchst unterschiedlich verlaufen, berichtet die BVB. So habe sich das Geschäft im Bereich Energie-/Gebäudetechnik und Dienstleistungen sehr gut entwickelt. Der Umsatz legte um fast 5 Prozent auf 72,3 Milliarden Euro zu, für 2011 wird eine weitere Steigerung um 2 Prozent erwartet. Als Grund für die Entwicklung führt der Verband die KfW-Förderprogramme zur energetischen Sanierung und das Konjunkturpaket II an. Davon habe auch das Ausbaugewerbe profitiert, das seine Umsätze dank der Wirkung der Konjunkturpakete zumindest stabilisieren konnte.

Weniger gut ist es für die Unternehmen des Bauhauptgewerbes gelaufen, die stark an die Neubautätigkeit gebunden sind. Hier blieben laut BVB die Impulse zu schwach. Doch habe der Wohnungsneubau 2010 leicht angezogen und die Umsatzentwicklung stimuliert. Darauf setze die Branche auch 2011, rechne aber trotzdem mit einem Umsatzrückgang um ein Prozent wie schon im laufenden Jahr.

Unter dem Strich wird die Sanierung auch 2011 der Motor der Bauwirtschaft bleiben. Allerdings treibt nicht nur die energetische Sanierung den Markt. Die Unternehmen im Bereich Energie-/Gebäudetechnik und Dienstleistungen profitieren zudem von einem weiteren Trend, nämlich der demografischen Entwicklung. Laut BVB liegt der Sanitärbereich noch vor dem Heizungsbereich – trotz öffentlicher Diskussion über Klimaschutz und energetischer Sanierung. Hintergrund dafür dürften der Vereinigung zufolge viele altersgerechte Badsanierungen sein.

Von unserer Redakteurin Silke Thole

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