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Erste Versicherungen verlangen Nachweise für Gebäudehülle

Prüflabor für Hagelschlag zertifiziert

04.09.2014, 15:50

Als erstes Prüflabor in Deutschland ist das Kölner Produkt- und Solarprüfzentrum des TÜV Rheinland von der schweizerischen Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen VKF für die Durchführung von Hageltests anerkannt worden.

Die Fachleute des Labors können Gebäudeelemente für Dächer und Fassaden ebenso wie Fenster, Jalousien, PV-Module und Solarkollektoren nach den vorgeschriebenen Hagelwiderstandsklassen 3 bis 5 prüfen. Klasse 5 ist die härteste Prüfkategorie: Hierbei testet TÜV Rheinland Produkte, indem sie mit Hagelkörnern eines Durchmessers von 50 Millimetern mit einem Gewicht von rund 57 Gramm und bei einer Geschwindigkeit von knapp 31 Metern pro Sekunde beschossen werden. Das entspricht rund 110 km/h.

Die Anerkennung durch die VKF erfolgte erst nach einem umfassenden Zulassungsverfahren, bei dem TÜV Rheinland an einem Rundvergleich verschiedener Labore teilnahm und insbesondere die Präzision der Prüfungen sowie deren absolute Reproduzierbarkeit nachweisen musste. Dabei ist es unter anderem erforderlich, dass die verwendeten Eiskugeln ohne jeglichen Lufteinschluss und glasklar sind.

Jörg Althaus, Experte des TÜV Rheinland und Geschäftsfeldleiter Solarenergie: "Die Ergebnisse der Hagelprüfungen sind speziell in der Schweiz, aber auch in Österreich die Grundlage für die Versicherbarkeit von Gebäuden. Auch in Deutschland gewinnen Hageltests an Bedeutung. Denn Versicherer und Projektierer bestehen zu Recht zunehmend auf den Tests, da die Schäden durch Hagelstürme in den vergangenen Jahren erheblich zugenommen haben."

Nach Angaben der deutschen Versicherer haben allein die heftigen Hagelstürme Ende Juli 2013 mit Hagelkörnern so groß wie Golfbälle in Nord- und Süddeutschland 460.000 Schäden an Wohngebäuden hinterlassen. Schadenbilanz: 1,8 Milliarden Euro. Nach Ansicht der Experten sei wegen solcher Ereignisse davon auszugehen, dass die Bedeutung von Hageltests künftig noch zunehmen wird. Althaus: "Schon in der Produktentwicklung geben die Hagelprüfungen sinnvoll Hinweise auf die Belastbarkeit und somit die Marktfähigkeit von Bauelementen."

Die deutschen Versicherer haben zu Hagelschäden ein eigenes Forschungsprojekt gestartet. Ziel könnte eine Hagelgefährdungskarte sein. Wer in stark gefährdeten Gebieten wohnt, müsste dann möglicherweise hagelgetestete Bauprodukte verwenden, um Versicherungsschutz gegen Hagel zu erhalten. Quelle: TÜV Rheinland / pgl

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