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Baukonzepte lassen sich nicht leicht auf andere Länder übertragen

Promotionskolleg adressiert klimagerechtes Bauen

07.04.2011, 00:00

Traditionelles Haus in Saana
Traditionelle Gebäude im Jemen als Vorbild für klimaangepasstes Bauen. © Chris/Pixelio

Mit den Herausforderungen klimagerechten Bauens beschäftigte sich ein Symposium des Lehrstuhl für Bauphysik der Universität Stuttgart und des Fraunhofers-Instituts für Bauphysik. Es gebe zu wenig Experten, die dieses Thema beherrschten, konstatierte Professor Klaus Sedlbauer. Deshalb hat Sedlbauer bei der Veranstaltung den offziellen Startschuss für ein Promotionskolleg mit dem Namen "Climate - Culture -Building" erteilt, das Studierende aus aller Welt in den nächsten Jahren in diesen Themen fit machen soll.

Bereits in den vergangenen Jahren haben sich die Stuttgarter Forscher des Themas angenommen. "Die ersten vier Promotionen mit diesem Schwerpunkt liegen vor", sagte Schew-Ram Mehra vom Lehrstuhl für Bauphysik der Universität Stuttgart. Diese Arbeiten hätten zunächst das Studium der vorhandenen Bauweisen und dann deren Übertragbarkeit auf moderne Bauten zum Ziel, so Mehra. Die Einzelarbeiten der internationalen Doktoranden werden sowohl an der Universität Stuttgart als auch an der jeweiligen Hochschule im Herkunftsland durchgeführt und betreut.

Spannend seien diese Fragen, weil im Gegensatz zu Produkten wie Computern oder Handys, die in unterschiedlichen Klimaten genützt werden könnten, sich die Konzeptionen der Bauphysik und Architektur nicht so einfach übertragen lassen, erklärte Sedlbauer. Da sei sehr viel Nachdenken notwendig, um Bauschäden zu vermeiden. Als ein Beispiel nannte er Thailand mit hohen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit. Da komme es teilweise außen an den Gebäuden zu Schimmel, weil innen klimatisiert werde. Nach seinen Erfahrungen habe Deutschland in der energieeffzienten und hochwertigen Architektur einen "ziemlich guten Ruf", in diesem Segment seien alle Akteure noch zu zurückhaltend bei der Darstellung ihrer Kompetenzen.

Notwendig sei es aber auf jeden Fall, die Besonderheiten der einzelnen Klimazonen bereits bei der Planung zu berücksichtigen und so den Bedarf für Heizen und Kühlen zu minimieren. Es gebe softwaretechnische Verfahren zur Auslegung von Gebäuden, die auch in anderen Klimazonen anwendbar seien, so Sedlbauer. Man müsse sich dabei auch darauf einstellen, dass möglicherweise die Versorgung mit Elektrizität nicht unbedingt zuverlässig funktionierte, ergänzte Sabine Djahanschah von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt: "Es sollte so viel wie möglich über unterschiedliche Verfahren der passiven Kühlung erreicht werden, die zur Not auch ohne Strom funktioniert."

Bei den Ansätzen, die man verfolgen wolle gehe es deshalb auch nicht darum hiesige Ansätze überzustülpen. Man versuche deshalb, bei dem neuen Promotionskolleg möglichst mit Ländern aus allen Klimazonen zusammenzuarbeiten, sagte Sedlbauer. Finanziert wird das Projekt derzeit noch aus Bordmitteln und aus einem Fördertopf des Forschungsministeriums in Baden-Württemberg. DFG-Mittel und auch finanzielle Zuwendungen aus einzelnen Ländern, mit denen man kooperiert sollen in Zukunft für die finanzielle Basis der Ausbildung sorgen. von unserer Redakteurin Pia Grund-Ludwig

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