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Solarsiedlung spart Energie durch dezentrale Warmwasserbereitung

Passivhaussiedlung bietet vielen Parteien Platz

25.09.2009, 03:54

Vorderansicht des Hauses
Solarsiedlung in Passivhausbauweise mit 20 Wohneinheiten. Bild: AJP

Im Mehrfamilienbereich ist die Passivhausbauweise noch nicht sehr weit verbreitet. Im Rahmen des Projekts "50 Solarsiedlungen" sind in Nordrhein-Westfalen im Münsteraner Vorort Gievenbeck 20 Wohneinheiten entstanden, die dem Passivhausstandard entsprechen.

Eine der besonderen Herausforderungen bei der Erreichung von Passivhauswerten im Mehrfamilienhaus sei die Luftdichtigkeit gewesen, berichtet Architekt Jörg Petzold. Hier seien die Herausforderungen im Mehrfamilienhaus andere als im Einfamilienhaus, vor allem aufgrund der durchgehenden Versorgungsstränge.

Der Energiebedarf ist durch die hochwärmegedämmte Fassade mit 30 Zentimetern Dämmung, die winddichte Außenhülle und mit Hilfe von dreifachverglasten Fenstern gering. Der Heizwärmebedarf liegt laut Plan unter 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr.

Die Restenergie liefert unter anderem eine dezentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Die Abluft wird zur Beheizung der Tiefgarage genutzt.

Auf dem Dach stehen Sonnenkollektoren. Sie sorgen für 60 Prozent des Wärmebedarfs. Dazu kommt eine Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Tiefenkollektoren. Im Winter verwendet die Anlage überschüssige Energie zur Temperaturanhebung der Sole. Das verbessert den Wirkungsgrad der Wärmepumpe. Die Besonderheit des Systems, das Schüco entwickelt hat: die Sole, die in der Erdsonde verwendet wird, fließt auch durch die Sonnenkollektoren. Die Kollektoren sind so gebaut, dass ihnen das dabei entstehende Kondensat nicht schadet.

Im Sommer dient die Wärmepumpe zur Kühlung. Die Fußbodenheizung deckt Spitzenlasten im Winter ab.

Warmwasser wird dezentral in den Wohnungen hergestellt. Dieses Konzept erlaubt einen Verzicht auf Zirkulationsleitungen. Das reduziert die Wärmeverluste und entschärft die Legionellenproblematik. Lediglich eine Kaltwasserleitung liegt in Wohnungen. Das Verfahren hat noch einen zusätzlichen Vorteil: eine kostenintensive und häufig umstrittene Wärmemengenzählung entfällt.

Die Elektroinstallation erfolgt mit EIB-Verkabelung. Das ist ein System, das die Steuerung unterschiedlicher Geräte von einer Konsole erlaubt. Es umfasst Möglichkeiten von der elektrischen Rollladenführung bis hin zur programmierbaren Steckdose und einer digitalen Stromerfassung. Die gesamte Beleuchtung des Gebäudes erfolgt mit Energiesparlampen sowie LED-Beleuchtung.

Für den Architekten Jörg Petzold ist das Passivhaus, das im Juni 2009 bezugsfertig war, erst der Anfang. In Planung hat er ein Haus mit 36 Wohneinheiten, das einen solaren Deckungsgrad von 100 Prozent erreichen soll. Die komplette Wärme, die das Haus braucht, liefert die Sonne. 2010 beginnt der Bau, und zwar mit dem Speicher. Der muss 750.000 Liter fassen in zwei Schichtspeichern von 18 Metern Höhe. Um den Speicher herum wird das Haus gebaut. "Ein Vorbild dafür gibt es bislang in Deutschland nicht", sagt Petzold. pgl

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