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Experten entwickeln hochdämmendes Polyurethan-Fenster

Passivhausfenster glänzt mit geringer Bautiefe

14.08.2009, 08:00

Polyurethan-Fenster
Hochdämmendes Fenster aus Polyurethan. Bild: Bine

Im Rahmen des Projektes "Hochwärmedämmende Fenster- und Fassadensysteme" (HWFF) haben Experten aus Forschungsinstituten und Industrie ein schlankes Fensterprofil auf Passivhaus-Niveau entwickelt, das mit einer Bautiefe von 90 mm auskommt. Die Bautiefe ist einer der Knackpunkte bei energieeffizienten Fenstern. Im Passivhausbereich liegt sie heute bereits bei 100 mm und mehr.

Das neu entwickelte, schlanke Fensterprofil glänzt mit einem Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Wert) von 0,68 W/m²K. Herzstück des Rahmens ist ein Isolierschaum aus Polyurethan. Die durch die Aufschäumung entstehenden dünnen Wände mit Lufteinschlüssen führen zu einer geringen Wärmeleitfähigkeit. Warm- und Kaltseite sind thermisch weitestgehend voneinander entkoppelt. Da das neue Profil aus einem einzigen Material besteht, ergeben sich bei der späteren Entsorgung keine Probleme mit der Sortierung oder Verwertung.

Eine dünne Schicht aus formstabilem und wetterfestem Polyurethan-Vollmaterial umhüllt den Schaumkern. Die Funktionshülle besitzt eine variable Wandstärke und sichert die mechanischen und statischen Eigenschaften des Rahmens. "Dadurch, dass die zwei Werkstoffe jeweils Polyurethane sind, verbinden sie sich sehr gut, so dass wir eine hohe Gesamtstabilität erreichen", erläutert Siegfried Glaser, Gesamtkoordinator des Projekts. Seinen Angaben zufolge finden derzeit Gespräche mit verschiedenen Systemherstellern statt, die das Profil in ihre Produktpalette aufnehmen wollen. "Kaufen kann man die Fenster frühestens 2010", so Glaser.

Im Forschungsprojekt HWFF werden hochwärmedämmende Fenster- und Fassadensysteme mit schlanken Rahmenkonstruktionen und hocheffizienten Verglasungen entwickelt und erprobt. Dabei arbeiten die Beteiligten mit einem integralen Ansatz, der Fenster und Rahmen wärmetechnisch und statisch als eine Einheit betrachtet. Das Projekt wird vom Bundeswirtschaftsministerium finanziert. Institutspartner sind das Süddeutsche Kunststoff-Zentrum SKZ und das Bayerische Zentrum für Angewandte Energieforschung e.V. (ZAE Bayern). Aus der Industrie beteiligen sich unter anderem der Spezialist für die Herstellung von Werkzeugen für die Kunststoffindustrie BAG sowie Veka, Roto Frank Bauelemente und der Fensterhersteller Walter Stickling. sth

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