RSS | Newsletter | Über uns | Kontakt | Sitemap

Sie sind hier: Home » Dämmung & Fassade » Aktuelles » Artikel » Passivhaus für die olympischen Winterspiele ist fertig

Pilotprojekt bringt Unternehmen volle Auftragsbücher

Passivhaus für die olympischen Winterspiele ist fertig

03.02.2010, 06:05

Österreich-Haus in Whistler
Passivhaus dient als Herberge bei Olympia. Bild: APG

Wenn der Startschuss für die Olympischen Spiele fällt, ist es auch ein Startschuss für eine neue Bauweise. In Whistler, dem Austragungsort der Alpin- und nordischen Disziplinen der Winterolympiade, entsteht das erste Passivhaus Kanadas, das Österreich-Haus. Das Projekt läuft seit vier Jahren und soll der Passivhaus-Technologie vor Ort zum Durchbruch verhelfen. Das Konzept scheint aufzugehen. Das Interesse der Medien, aber auch der Baubranche an dem Projekt sei riesig, berichtet Markus Regensburger von der Austria Passivhouse Group (APG) im Gespräch mit EnBauSa.

Es sei das energieeffizienteste Gebäude, das jemals bei olympischen Spielen errichtet wurde, sagt die Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen in Österreich (ÖGNI). "Mit dem Österreich-Haus liefern wir einen wichtigen Beitrag zu den ersten Grünen Spielen in Kanada", sagt Regensburger.

Zahlreiche österreichische Spezialisten wie Drexel und Weiss für die Lüftungstechnik, der Holzbauexperte Sohm und der Fensterhersteller Optiwin kamen dabei zum Zuge. Drexel und Weiss installiert die Aeromix X2. Optiwin baut Passivhausfenster ein mit einem U-Wert von 0,5 (W/m2K). Das Fundament des Hauses, das schon vor einem halben Jahr gelegt worden ist, ist made in Germany und besteht aus Isoquick-Dämmplatten. Das Holzhaus wurde in vier Wochen Arbeit in Alberschwende in Vorarlberg vorgefertigt und dann nach Kanada verschifft.

Bereits in der Bauphase stieß das Gebäude auf großes Interesse. Das hat seinen Grund: Es wird das erste in Kanada gebaute Passivhaus sein. Auch in den USA gibt es bislang erst eine zweistellige Zahl von Passivhäusern. Der Baubeginn war dem kanadischen Discovery Channel eine einstündige Sondersendung wert.

Zu den Initiatoren des Projekts gehört Reinhard Weiss, Teilhaber von Drexel und Weiss. Durch das Projekt ist in Kanada das Interesse an seinem Unternehmen so gewachsen, dass die Österreicher über eine Niederlassung vor Ort nachdenken. Auf viel Interesse ist auch das Holzbauverfahren gestoßen, so genannte diagonale Dübelholztechnik. Sie sorgt für Holzverbindungen ohne Leim und Schrauben. Das Verfahren ist patentiert, eine kanadische Firma hat Interesse an der Nutzung des Patents angemeldet. Auch der Fensterhersteller Optiwin habe Interessenten für Patente, berichtet Regensburger.

Insgesamt gehe es auch darum, Knowhow über die Passivhausbauweise nach Kanada zu bringen, meint Regensburger. Deshalb erfolgte der Bau in Zusammenarbeit mit der kanadischen Durfeld Construction.

Das Haus wird am 10. Februar 2010 eröffnet und steht bis zum Ende der 10. Winter-Paralympics als Veranstaltungs- und Repräsentationsraum zur Verfügung. Die APG ist Partner des Österreichischen Olympischen Committee (ÖOC) und des Österreichischen Paralympischen Committee. Das ÖOC und der Österreichische Rundfunk (ORF) nutzen das Gebäude gemeinsam mit der APG und dem ÖPC.

Nach den Spielen steht das Österreich-Haus der Gemeinde Whistler zur Verfügung. Der Wintersportort wird dort einen Ticket-Shop für die Langlaufloipen und Mountainbike-Strecken sowie Räume für örtliche Vereine einrichten. "Wir gehen von Betriebskosten von 250 bis 300 Euro pro Jahr aus", sagt Regensburger. Das ist keine ganz einfache Aufgabe im rauhen Klima des Ortes, der 120 Kilometer nördlich von Vancouver liegt. Die Skisaison dauert dort immerhin von November bis Juni, die jährliche Schneefallhöhe liegt bei über zehn Metern.

Das Haus soll nicht das einzige Passivhaus der Kommune bleiben. Die Gemeinde Whistler hat das ökonomische Potential der Technologie erkannt und erstellt eine Demo-Siedlung in Passivhausbauweise. Das wird auch für weitere Aufträge für die beteiligten österreichischen Unternehmen sorgen. Die Erbauer hoffen auch auf eine weitere Auszeichnung: Das Projekt bewirbt sich im ersten Architekturwettbewerb, der speziell für Passivhäuser ausgerichtet wird. pgl

Eine Verwendung dieses Textes durch Dritte ist kostenpflichtig. Eine Lizenzierung ist möglich. Bitte nehmen Sie bei Fragen Kontakt auf.

 

Kommentar schreiben

(wird nicht veröffentlicht)
Bitte geben Sie die angezeigte Zeichenfolge (Captcha) ein. Dies dient zur Vermeidung von unerwünschtem Spam.

Zurück

Premiumpartner