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Erhöhung des Marktanteils nur in kleinen Schritten

Natürliche Dämmstoffe bleiben Nischenprodukte

30.10.2009, 05:00

Wärmedämmung mit Udi Reco von Unger Diffutherm.
Wärmedämmsysteme auf Basis von Holz sind durchaus gefragt. Bild: Unger

Das Markteinführungsprogramm "Nachwachsende Rohstoffe", mit dem das Bundeslandwirtschaftsprogramm von Mitte 2003 bis Ende 2007 den Kauf von Dämmstoffen auf der Basis nachwachsender Rohstoffe gefördert hat, hat seine Wirkung nicht verfehlt: Die verkauften Mengen sind verdoppelt worden. Von einem Durchbruch kann dennoch nicht die Rede sein, denn nach Ende des Förderprogramms brachen die Verkaufszahlen wieder ein. Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen wie Flachs, Hanf, Schafwolle oder auch Holz sind weiterhin Nischenprodukte – und werden es wohl auf absehbare Zeit bleiben.

Lediglich vier Prozent des gesamten Dämmstoffmarktes entfallen auf Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen. "Und davon wiederum werden rund 80 Prozent von Holz- und Zellulose-Dämmung abgedeckt", berichtet Eckhard Klopp von der Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe (FNR), einer Beratungsstelle, die im Auftrag des Bundeslandwirtschaftsministeriums arbeitet. "Das Förderprogramm zwischen 2003 und 2007 war als einmaliger Anschub gedacht und hat auch als solcher funktioniert", ergänzt er. Die Verkaufszahlen seien zwar inzwischen wieder zurückgegangen, lägen aber immer noch über denen aus den Jahren vor dem Markteinführungsprogramm. "Die Verbraucher, die die Förderung in Anspruch genommen haben, konnten sich von den sehr guten Produkteigenschaften der Dämmung überzeugen und stellen heute wichtige Multiplikatoren dar", sagt Klopp. Dennoch wird eine weitere Erhöhung des Marktanteils natürlicher Dämmstoffe ihm zufolge nur in kleinen Schritten erfolgen.

"Bei  den nachwachsenden Rohstoffen hat sich die Diskussion entideologisiert. Es ist eine Versachlichung eingetreten", sagt Peter Seelig, Geschäftsführer des Gesamtverbands der Dämmstoffindustrie. Er geht davon aus, dass sich herkömmliche Dämmstoffe auch in Zukunft besser behaupten können, weil sie den immer höheren Anforderungen eher gerecht werden. "Je höher die Anforderungen an ein Gebäude zum Beispiel im Hinblick auf die Energieeffizienz werden, desto komplexer werden die Wandaufbauten", so Seelig.

Dem setzt Klopp entgegen, dass inzwischen fast alle Systemanbieter von Wärmedämmverbundsystemen diese auch auf Grundlage von Holzfaserdämmstoffen anbieten. "Die besten Chancen auf eine dauerhafte Etablierung am Markt werden die Produkte haben, die technisch ausgereift sind und dem Verbraucher einen Mehrwert bringen", ist sich der Experte für natürliche Dämmstoffe sicher.

Nicht eben einfacher wird die Situation für die Hersteller von natürlichen Dämmstoffen durch die Diskussion um Pilze in Dämmungen aus nachwachsenden Rohstoffen, die durch die Zeitschrift Ökotest angestoßen wurde. "Pilze und Bakterien waren bislang bei der Beurteilung kein Thema. Diese Betrachtung ist sicher spannend", sagt Hans Peters, Geschäftsführer des  Institut Bauen und Umwelt, das die Nachhaltigkeit von Bauprodukten zertfiziert. Allerdings sieht er wie viele andere Experten den Ökotest-Test kritisch. sth

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