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Wirtschaftliche Gründe sprechen für hocheffiziente Dämmung

Lüftungsanlagen haben es im Altbau noch schwer

16.07.2010, 05:46

Lüftungsrohr
Lüftung mit Wärmerückgewinnung ist in der Sanierung kaum ein Thema. Bild: Helios

"Energetische Sanierungen nehmen stetig zu", berichtet Anke Unverzagt. Sie ist Programmleiterin Alt- und Neubau beim Klimaschutzfonds ProKlima Hannover. Sie und ihr Team haben untersucht, wie hoch im vergangenen Jahr 2009 der Anteil von hocheffizienten Standards bei Sanierungen im Fördergebiet bei Modernisierungen für den Bestand bis 1977 war.

Die Expertin kommt zu dem Schluss, dass die Bedeutung energetischer Maßnahmen in den vergangenen Jahren zwar deutlich gestiegen ist. Diese bezögen sich aber meist auf einzelne Teile des Hauses. "In 80 Prozent der Fälle gab es keine gewerkeübergreifende Planung", so Unverzagt. In großem Maße kommen Passivhauskomponenten bei der Dämmung der Außenwand zum Einsatz. Laut Unverzagt wurden in 42 Prozent der Fälle hocheffiziente Ausführungen bevorzugt, die für einen U-Wert von mindestens 0,18 sorgen.

Architekt und Passivhaus-Experte Burkhard Schulze Darup erklärt das damit, dass die Verwendung von großen Dämmdicken schon heute sehr wirtschaftlich sei. Die Ergebnisse der Untersuchung deckten sich generell mit seinen Erfahrungen.

Auf Basis von Förderdatenbanken und Handwerkerrechungen haben Unverzagt und ihre Mitarbeiter auch untersucht, welche Kosten auf die Hausbesitzer für die einzelnen Sanierungsmaßnahmen zukommen. Demnach betragen die durchschnittlichen Nettokosten pro Quadratmeter Dämmfläche 106 Euro, wenn ein Wärmedämmverbundsystem an die Außenwand angebracht wird. Dies ist laut Unverzagt die dominierende Art der Außenwanddämmung. Meistens werde dabei Polysterol eingesetzt.

Günstiger ist die Dämmung der Obergeschossdecke nach Passivhausstandard. Hier liegen die Nettokosten pro Quadratmeter Dämmfläche bei 49 Euro – bei einem U-Wert von mindestens 0,15. Für die hocheffiziente Dämmung eines Flach- beziehungsweise Schrägdachs muss im Schnitt mit 147 sowie 142 Euro gerechnet werden. Die Wirtschaftlichkeit dieser Maßnahmen ist laut Unverzagt mit der Dämmung der Außenwand vergleichbar. Trotzdem betrug der Anteil von Passivhauskomponenten bei Modernisierungen in diesen Bereichen nur 13 Prozent. Eine Erklärung sieht Unverzagt unter anderem darin, dass vielen Handwerkern noch das notwendige Knowhow fehlt, um eine energetische Sanierung des Dachs durchzuführen.

Auch der Anteil von Passivhauskomponenten bei der Fenstererneuerung war mit sechs Prozent noch relativ gering. "Hier gibt es noch große Schwankungen bei den Kosten", erklärt Unverzagt. Zwischen 260 und 820 Euro pro Quadratmeter müssten die Bauherren einplanen. Pro Kilowattstunde, die sich mit entsprechend gedämmten Fenstern einsparen lässt, liegen die Kosten laut Schulze Darup zwischen fünf und sechs Cent. Bei Außenwand und Dach sei dieser Wert deutlich kleiner.


Passivhausfenster werden günstiger

Doch die Tendenz bei der Preisentwicklung lässt hoffen: Schulze Darup berichtet, dass die Kosten für effiziente Fenster mit gedämmten Rahmen und Dreischeibenverglasungen in den vergangenen Jahren bereits deutlich günstiger geworden seien.

Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung (WRG) werden seiner Beobachtung nach zwar auch zunehmend günstiger. Doch die Preise müssten noch um etwa 50 Prozent weiter runter, um den Einbau entsprechender Geräte attraktiv zu machen. Diese Einschätzung deckt sich mit den Ergebnissen der ProKlima-Studie. Denn demnach wurden nur bei 0,04 Prozent aller Modernisierungen Lüftungsanlagen mit WRG installiert.

Laut der Energieagentur Nordrhein-Westfalen liegen bei einer Sanierung die Kosten für eine komplette zentrale Lüftungsanlage mit WRG durchschnittlich bei etwa 8.300 Euro – berechnet für ein Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern Grundfläche. Ausgehend von einem Preis für Strom von 0,13 Euro sowie für Gas von 0,06 Euro pro Kilowattstunde ließen sich dabei 198 Euro an Energie pro Jahr einsparen.

Die Hersteller von Lüftungsanlagen entdecken mittlerweile das Potenzial, das die Modernisierung von Bestandsbauten für sie bieten kann. So hat zum Beispiel Helios sein Renopipe-System speziell für die energetische Sanierung konzipiert. Und Anbieter wie Meltem oder GF-SOL-AIR preisen ihre dezentralen Lüftungsgeräte als besonders geeignet für bestehende Wohnungen an, da der Einbau wenig Aufwand verursache.

Aber unabhängig davon, welche Bereiche des Hauses modernisiert werden. Zukunftssicher ist die Investition vor allem dann, wenn die Komponenten über die Dauer ihrer Abschreibungszeit aus energieeffizienter Perspektive aktuell bleiben. Schulze Darup folgert daraus: "Wenn schon sanieren, dann richtig und mit hochwertiger Qualität." mst

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