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Fensterlüftungsgeräte müssen sich einfach reinigen lassen

Lüfter dürfen kein Versteck für Schimmelpilze sein

10.10.2011, 00:00

Fensterlüfter Ventotherm
Fensterlüfter müssen gut zu reinigen sein. © Schüco

Wer in seinem Haus für frische Luft sorgen möchte, greift häufig auf Lüftungssysteme zurück, die in Fenster integriert sind. Schließlich lassen sich solche Systeme relativ einfach nachrüsten. Anlagen, die mit Ventilatoren und Wärmerückgewinnung arbeiten, bieten sogar eine Alternative zu zentralen Lüftungsanlagen.

Sie erfüllen nicht nur die Anforderungen für den Feuchteschutz, sondern sorgen auch für den regelmäßigen Luftaustausch, der aus hygienischen Gründen notwendig ist. Doch die Geräte können selbst zum hygienischen Problem werden, wenn sie nicht korrekt geplant, installiert und betrieben werden. 

Laut Claus Händel, technischer Referent beim Fachverband Gebäude-Klima (FGK), sind an Fensterlüfter die gleichen Maßstäbe anzulegen wie bei zentralen Raumlufttechnik-Anlagen. Dazu zählt etwa, dass in den Geräten Filter mit einer ausreichenden Güteklasse verwendet werden. Experten wie Alexander Schaaf vom Beratungs- und Sachverständigenbüro TB AS empfehlen, grundsätzlich Filter der Klasse 7 für die Zuluft zu verwenden.

So ist zum Beispiel beim Lüftungssystem Premivent von Profine der Einsatz eines F7-Filters optional. Ventotherm von Schüco verwendet standardmäßig einen F7-Taschenfilter, um die angesaugte Außenluft zu reinigen. Den Wärmerückgewinner schützt ein Filtervlies der Klasse G2 vor Verschmutzungen. Die installierten Filter müssen regelmäßig gewechselt werden. Nach Meinung von Schaaf sollte dies ein Mal pro Jahr geschehen. Im Regelwerk DIN 1946-6 ist ein Intervall von zwei Jahren genannt.

Wer es genauer haben möchte, kann auf Fensterlüftungsgeräte mit einem Filterüberwachungssystem zurückgreifen, das die Betriebsstunden zählt. Ist eine bestimmte Anzahl von Stunden erreicht, fordert das System per Kontrollleuchte einen Filtertausch.

Fensterintegrierte Lüftungsanlagen nutzen zwar keine Kanalsysteme wie zentrale RLT-Systeme, deren Reinigung aufwändig sein kann. Trotzdem sollten die Nutzer bei Auswahl und Installation darauf achten, dass sich das Gerät einfach säubern lässt. "Alle luftberührten Oberflächen müssen zugänglich sein", erklärt Händel.

Einen einfachen Zugang bietet laut Hersteller etwa Ventotherm. Für Wartungs- und Reparaturarbeiten lässt sich das Gerät wie eine Schublade herausziehen. Wie auch bei Produkten anderer Hersteller kann der Filter außerdem ohne Werkzeug gewechselt werden.

FGK-Experte Händel weist darauf hin, dass generell bei Planung, Installation und Instandhaltung von Wohnungslüftungsanlagen in allen Verträgen die Einhaltung der DIN 1946-6 vereinbart sein sollte. So seien alle hygienischen Anforderungen berücksichtigt. Die DIN 1946-6 ist seiner Meinung nach umfassender als die VDI-Richtlinie 6022 und bezieht sich im Gegensatz zu dieser sowohl auf die Zuluft als auch die Abluft. Die DIN-Richtlinie gebe daher alle notwendigen Vorgaben für sämtliche Lüftungstechnologien im Wohnungsbau. Somit gilt sie auch für Fensterfalzlüfter.

Allerdings sind die Anforderungen nicht ganz so hoch wie bei Systemen mit Ventilator und Wärmerückgewinnung. "Fensterfalzlüfter bieten zum Beispiel Schimmelpilzen in der Regel nur wenige Möglichkeiten zur Ausbreitung", sagt Schaaf. In der DIN 1946-6 gelten für sie daher nur die Standardanforderungen. Allerdings müssten auch Fensterfalzlüfter regelmäßig gereinigt werden, mahnt Händel.

Bei diesen Systemen sei es ebenfalls wichtig, dass die zu säubernden Komponenten gut zugänglich sind. Das ist aber nicht immer der Fall - etwa wenn die Fensterkammern nur schlecht erreichbar sind. Dies erhöht die Gefahr von Verschmutzungen. Eine Sprecherin des Herstellers Innoperform weist darauf hin, dass sich die hauseigenen Systeme einfach abschrauben lassen und sogar mit der Spülmaschine gereinigt werden könnten. Laut Anbieter Siegenia-Aubi können dessen Fensterfalzlüfter mit Staubsauger und Lappen gesäubert werden.

Auswirkungen auf die hygienischen Eigenschaften von Fensterfalzlüftern hat nach Meinung von Schaaf aber auch die Raumaufteilung. So ist es zum Beispiel ungünstig, wenn sich WC, Bad und Küche auf der Ostseite und Wohn- und Schlafräume auf der Westseite befinden. Da der Wind in Deutschland hauptsächlich von Westen komme, müsse die feuchte- und stoffreiche Luft dann über die Wohn- und Schlafräume nach außen strömen. "Dies kann zu Geruchsbelästigung und Feuchteproblemen führen", so Schaaf.

Wer sich jedoch Maßnahmen wie die regelmäßige Filterwartung sparen möchte und daher Fensterfalzlüftern den Vorzug gegenüber aktiven Lüftungssystemen geben möchte, sei gewarnt. Hersteller wie Berater sind sich einig, dass solche Systeme nur zur Feuchteschutzlüftung geeignet sind. Sie sorgen nicht für einen hygienischen Mindestluftwechsel und stellen somit keine Alternative zu Anlagen mit Gebläse dar.

von unserem Redakteur Markus Strehlitz

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