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Saint Gobain steht in den Startlöchern

Konkurrenz bei elektrochromem Glas formiert sich

03.08.2010, 06:00

Elektrochromes Glas
Bislang bedient EControl den Markt für schaltbares Sonneschutzglas alleine. Bild: EControl

Von Brillen kennt man den Effekt: Wenn Sonnenlicht auftrifft, färben sich die Gläser, verschwindet die Sonne, sind sie nach kurzer Zeit wieder komplett durchsichtig. Das funktioniert auch bei Fensterscheiben. Da allerdings nicht nach Sonneneinstrahlung, sondern per Knopfdruck. Noch sind das aber teure Speziallösungen. In Deutschland bietet nur EControl entsprechende Produkte an. Das beginnt sich zu ändern. Die amerikanische Sage Glass verspricht sich Umsatz durch die Klimaschutzgesetze und baut ihre Produktpalette aus. Auch Saint Gobain steht in den Startlöchern.

Bislang muss Hartmut Wittkopf, Geschäftsführer von EControl Glas den Markt ganz alleine von der Idee einer Scheibe, deren Sonnenschutz sich per Knopfdruck anpasst überzeugen. Auf dem deutschen Markt ist sein Unternehmen der einzige Anbieter. Zur Erschließung des Markts gehört auch herauszufinden, für wen das Produkt überhaupt passt. "In der ursprünglichen Vision sind wir hauptsächlich vom gewerblichen Hausbau ausgegangen, in der Praxis wird das elektrochrome Glas, soweit es die Anzahl der Objekte betrifft, zirka zur Hälfte im privaten Wohnungsbau eingesetzt", so Wittkopfs Erfahrungen aus den ersten Jahren.

Andere Anbieter bauen aber mittlerweile ihr Engagement in diesem Segment aus oder bereiten den Markteintritt vor. Vor allem die amerikanische Sage Glass spürt Rückenwind durch die Klimadebatte in den USA. Sie hat bereits seit einiger Zeit elektrochrome Doppelscheiben im Programm und im Mai 2010 auch schaltbare Dreischeibengläser angekündigt. Unterstützung bei der Erweiterung der dazu notwendigen Produktionskapazitäten erhält das Unternehmen auch von der US-Regierung. Ein 100-Millionen-Dollar-Kredit aus dem Klimaschutzpaket wurde unlängst genehmigt.

Außerdem arbeite man daran, die Umschaltung auch in Stufen zu realisieren, sagt Sage. Das soll noch 2010 angeboten werden. Es bedeutet, dass sich die Benutzer nicht mehr zwischen hell und dunkel entscheiden müssen, sondern auch mehrere Stufen dazwischen wählen können. EControl bietet diese Möglichkeit bereits, fünf Stufen sind bei dessen Schaltglas einstellbar. Außerdem sei geplant, die Steuerung über Fotovoltaik-Anlagen zu ermöglichen, so die Amerikaner. Die Präsenz auf den europäischen Messen wurde ausgebaut.

Auch Saint Gobain will sich stärker bei elektrochromen Glas engagieren. Unter der Dachmarke Quantum Glass hat das Unternehmen im Oktober 2009 sechs Bereiche angekündigt, in denen man sich stärker engagieren will. Dazu gehören leuchtende Scheiben, elektrochromes Glas, Glas mit Heizfunktion sowie Scheiben, deren Farbe sich verändern lässt, jedoch ohne die Lichtdurchlässigkeit zu verändern. Das elektrochrome Glas wurde angekündigt, die Produkte seien aber derzeit noch nciht verfügbar, so eine Sprecherin des Unternehmens gegenüber dem Online-Magazin EnBauSa.de.

"Für uns ist die zunehmende Konkurrenz eher ein Vorteil, es fördert die Sensibilität für diese Produkte", gibt sich Wittkopf angesichts zunehmenden Wettbewerbs gelassen. Bislang gehe es bei elektrochromem Glas noch vor allem darum, die richtigen Nischen für die Produkte zu finden, meint er. Für eine Durchsetzung in der Breite sind die schaltbaren Scheiben im Moment einfach noch zu teuer: "Im Moment liegt der Preis beim Doppelten von Wärmeschutz- oder Sonnenschutzglas inklusive Verschattung", sagt Wittkopf. Er soll sich schrittweise dem von Wärmeschutzglas annähern.


Schaltbares Glas soll bald weniger kosten

Dazu dient der Ausbau der Produktionsanlagen. "Wir nehmen demnächst eine neue Beschichtungsanlage in Betrieb. Das erhöht die Ausbeute und könnte es möglich machen, dass die Preise im nächsten Jahr um bis zu 15 Prozent sinken", sagt Wittkopf. Bislang wurden 1.500 Quadratmeter verkauft. "Unser Ziel ist es, bis 2012 10.000 Quadratmeter zu erreichen" so Wittkopfs Zielmarke.

Auch die Vielfalt der angebotenen Produkte soll den Umsatz steigern. "Wir arbeiten an speziellen Glasaufbauten, so können wir nun auch Kreise realisieren und wollen künftig auch Glasdicken produzieren, die man aus Sicherheitsgründen zum Beispiel für die Begehbarkeit braucht." Auch an der Lichtdurchlässigkeit wird gearbeitet.

Das ist wichtig, denn bislang schlucken die Scheiben auch im transparenten Zustand zu viel Licht. Das erhöht den Energieaufwand für die Innenraumbeleuchtung vor allem im Winter "Wir weisen bislang eine Lichttransmission zwischen 50 und 15 Prozent aus, optimal wäre ein schaltbarer Bereich zwischen 70 und 15 Prozent." Das heißt, dass von dem Glas auch in der hellsten Stufe statt bislang 50 nur noch 30 Prozent des Lichts geschluckt werden. Bei klassischem Wärmeschutzglas liegt dieser Wert zwischen 20 und 25 Prozent. Pia Grund-Ludwig

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