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Das Material wird häufig ohne großes Nachdenken eingesetzt

Kongress diskutiert WDVS kontrovers

03.12.2012, 08:00

Im zweiten Architekten-Webkongress von Saint-Gobain Weber und db deutsche bauzeitung gab es eine differenzierte und kontroverse Diskussion zum Thema WDVS.

Die Online-Veranstaltungsreihe wurde Anfang November per Livestream auf der Kongresswebsite, auf Facebook und als Google Hangout an knapp 1.000 Zuschauer übertragen. Die Aufzeichnung der Debatten mit Andreas Hild, Stefan Forster und weiteren Gästen können noch bis auf weiteres abgerufen werden.

Mit dem Webkongress leisten die Veranstalter einen Beitrag zu aktuellen Architekturdiskussionen. "WDVS ist der am meisten verwendete Fassadenbaustoff, über den gleichzeitig am wenigsten gesprochen wird", sagte der Münchner Architekt Andreas Hild am ersten Kongresstag. "In der Sozialisation von Architekten wird häufig vermittelt, dass nur massive Materialien 'echt' sind." In der Folge würden WDV-Systeme oft eingesetzt, ohne differenziert auf die technischen und formalen Anforderungen des Materials einzugehen.

Hild plädierte für eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Architekt, Herstellern und Handwerkern, um in einem gemeinsamen Diskussionsprozess die Entwicklung der Systeme weiter voranzutreiben. Herwig Spiegl, Mitbegründer von AllesWirdGut Architekten aus Wien erzählte aus seiner Erfahrung: "WDVS sind günstig, einfach und schnell zu verarbeiten. Das kann auch zum Problem werden: Wenn man versucht, mit diesen Produkten etwas Besonderes zu machen, verlieren die Systeme diese Vorteile."

Dabei gäbe es vielfältige Möglichkeiten, wie der Frankfurter Architekt Stefan Forster, im Allgemeinen eher ein Verfechter von Klinkerfassaden, einräumte: "Eine Putzfassade in WDVS hat mehr Gestaltungsspielraum als ein normaler Putz. Durch die Variation der Dämmschichtendicken und der Oberflächen lassen sich auf einfache Weise verschiedene Tiefenebenen und ein Spiel mit Licht und Schatten erreichen."

Neben ästhetischen Gesichtspunkten sprachen die Gäste auch über die Themen Energieeinsparpotenzial, Lebensdauer, Recycling, Brandschutz oder Veralgung. Hier brachte der Bausachverständige Heribert Oberhaus viele interessante Aspekte ein. Er hielt beispielsweise der Kritik vieler Architekten an der im Vergleich zu Gebäuden kürzeren Lebensdauer von WDV-Systemen entgegen, dass sich in einem Zeitraum von 40 Jahren die Komfortansprüche und technischen Möglichkeiten der Gesellschaft drastisch ändern, so dass die bauphysikalisch notwendige Erneuerung von Fassadenbauteilen jeweils eine Anpassung an den dann aktuellen Wohnstandard ermöglicht.

Christian Poprawa vom Baustoffhersteller und Veranstalter Saint-Gobain Weber, mahnte auch eine Eigenverantwortung der Bauherren bei der Auswahl des Wärmedämmverbundsystems an: "Unabhängig davon, ob der Gesetzgeber bestimmte Kriterien festschreibt oder nicht: Wer immer nur eine Minimallösung wählt, kann dafür nicht maximale Leistung in allen Bereichen erwarten." Quelle: Saint Gobain Weber / pgl

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