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Frank Heimbau baut in Frankfurt energieeffiziente Mietwohnungen

KfW-40-Standard erhöht Quadratmeterkosten

20.08.2010, 00:00

Mietwohngebäude im Frankfurter Rebstockpark
Die erhöhte Energieeffizienz der Wohnungen im Rebstockpark erleichtert die Vermietung. Bild: Frank Heimbau

Rund 85 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche hat es sich das Unternehmen Frank Heimbau kosten lassen, im Frankfurter Rebstockpark statt der ursprünglich geplanten Häuser nach EnEV-2007-Standard deutlich energiesparendere KfW-40-Häuser zu bauen. Neben höheren Dämmstärken und einer Solarthermie-Anlage waren dazu viele Änderungen bei Details nötig, beispielsweise bei den Haustüren.

Ein Bau nach Passivhausstandard kam nicht in Frage, dafür waren die Planungen zum Zeitpunkt der Entscheidung für mehr Energieeffizienz als nötig schon zu weit fortgeschritten. Michael Henninger, einer der drei Geschäftsführer der Frank Heimbau, einem Tochterunternehmen der Hamburger Frank-Gruppe, ist darüber nicht unglücklich. "Aus anderen Bauvorhaben wissen wir, dass die Energiekostenunterschiede zwischen KfW-40- und Passivhausstandard gering sind", sagt er. Und Passivhäuser hätten noch immer zu viele Einschränkungen für eine breite Nutzerschicht.

Außerdem, so Henninger, seien Passivhäuser teuer. "Was hilft es, wenn die Käufer langfristig Betriebskosten sparen können, aber das Geld für den Kauf nicht aufbringen können", gibt er zu bedenken. Die Entscheidung für den KfW-40-Standard, der in etwa den Anforderungen entspricht, die die Kreditanstalt für Wiederaufbau mittlerweile mit dem Effizienzhaus 70 stellt, begründet der Frank-Heimbau-Geschäftsführer zum einen mit den energetischen Standards, denen sich die Frank-Gruppe verpflichtet hat. "Zum anderen war unsere Motivation das Alleinstellungsmerkmal mit diesem Standard im neu entstehenden Stadtteil Rebstock."

Insgesamt hat Frank Heimbau dort 107 Mietwohnungen, eine Gewerbeeinheit und 26 Eigentumswohnungen gebaut. 2009 zogen die ersten Mieter ein, im Sommer 2010 wurde das Projekt fertiggestellt und einem Investor übergeben. Die Erfahrungen nach dem ersten Winter sind Henninger zufolge gut. "Die Bewohner hatten die Heizungen kaum an", berichtet er. Genaue Berechnungen liegen aber noch nicht vor, dafür müsse eine komplette Heizperiode abgewartet werden.

Einer der großen Kostenblöcke des Projekts war mit über 100.000 Euro die Koppelung der Fernwärme für die Trinkwassererwärmung mit einer Solarthermie-Anlage. 45 Prozent der Trinkwassererwärmung sollen in Zukunft Sonnenkollektoren erbringen. Dabei orientiert sich die Auslegung der Anlage an der Grundlast an Warmwasser, die nach gängigen Erfahrungswerten auf jeden Fall abgerufen wird, der Rest wird zugeheizt. 

Doch nicht nur die großen Brocken wie eine Erhöhung der Dämmstärken und der Einsatz von Solarthermie sorgen dafür, dass der Energieeffizienzstandard eingehalten werden kann. "Bei der Einhaltung des KfW-40-Standards hat sich herausgestellt, dass es auf viele Kleinigkeiten ankommt. So mussten wir bei den Haustüren für die Townhäuser Kunststofftüren verwenden, weil die im notwendigen U-Wert verfügbar waren. Hätten wir Alu-Türen verwendet, hätten wir den Standard nicht einhalten können", berichtet Henniger von den Erfahrungen aus der Praxis. Um die Gesamtschau und den Fokus auf die Energieeffizienz zu realisieren hat das Unternehmen einen Energieberater eingeschaltet. Seine Aufgabe war es, die Planung zu moderieren und zwischen den einzelnen Gewerken zu vermitteln. Henninger zufolge haben viele Handwerker, aber auch Architekten hier "leider immer noch einen Tunnelblick auf ihren Verantwortungsbereich". pgl/sth

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