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5 Milliarden pro Jahr würden Sanierungsquote deutlich heben

Kanzlerin durch Kürzung bei Sanierung unter Druck

Plus-Energie-Haus beim Solar Decathlon 2009

Die Kanzlerin besucht das 2009 in Washington preisgekrönte Plus-Energie-Haus. Bild: Paltera

Berlin. Die Bundesregierung besucht auf ihrer Energiereise durch die Bundesrepublik am 27. August 2010 auch das beim Solar Decathlon 2009 preisgekrönte Plusenergiehaus in Darmstadt. Viele der dort eingesetzten Innovationen werden aber in Zukunft aufgrund der Kürzungen bei den Mitteln für die Gebäudesanierung schwierig zu finanzieren sein. Die Regierung gerät vor allem beim Sparkurs bei den Energieeffizienzmaßnahmen zunehmend unter Druck. Gewerkschaften, Umweltverbände und Verbraucherschützer warnen vor den Konsequenzen für Umwelt und Arbeitsplätze.

Deutliche Worte finden der BUND, der Deutsche Mieterbund, die IG Metall, der deutsche Naturschutzring, die IG Bau und die Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) in einer gemeinsamen Stellungnahme. "Die im Sparpaket für 2011 angekündigten Milliardenkürzungen müssen zurückgenommen werden", fordern sie in einem Appell. Sie sprechen von möglichen 850.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen durch Förderung von Energieeffizienzmaßnahmen.

Die vergangenen Monate waren durch ein Stopp and Go bei der Förderung gekennzeichnet. Erst gab es lange Wartezeiten und unklare Aussichten beim Marktanreizprogramm für Erneuerbare Energien, dann hat die KfW-Bank einen Förderstopp für diejenigen Programme angekündigt, die auf Basis staatlicher Unterstützung für Teilsanierungen gewährt worden sind.

"Von Programmen im Effizienzbereich profitiert nicht nur der Klimaschutz, sondern auch der Verbraucher", argumentiert etwa Holger Krawinkel, Leiter des Fachbereichs Bauen, Energie und Umwelt der VZBV. Es müssten insgesamt mehr Mittel gezielt für Maßnahmen der Energieeffizienz, etwa zur Gebäudesanierung eingesetzt werden.

Auch die Deutsche Energie-Agentur sprach sich für einen deutlichen Ausbau der Fördermittel für die energetische Gebäudemodernisierung aus. Statt der momentan für das Jahr 2010 vorgesehenen 1,1 Milliarden Euro brauche man bis 2020 fünf Milliarden Euro pro Jahr, so Dena-Chef Stephan Kohler gegenüber EnBauSa.de. Nur so lasse sich die Sanierungsquote von derzeit 1 Prozent auf die notwendigen 2,5 Prozent pro Jahr erhöhen.

Vor allem die IG Bau verwies auf die möglichen Auswirkungen auf die Konjunktur, wenn die vorgesehenen Kürzungen beibehalten werden. 100.000 Arbeitsplätze im regionalen Handwerk seien gefährdet, sagte Martin Mathes, Leiter der Abteilung Wirtschaftspolitik der Gewerkschaft. Aus Sicht von Lukas Siebenkotten sind die Energiekosten die wichtigsten Preistreiber bei den Wohnkosten. "Die Kosten dafür müssen über Förderprogramme abgefedert werden, damit sie nicht zu überzogenen Mietbelastungen führen", argumentiert er.

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