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In den nächsten 20 Jahren steht jedes zweite Haus zur Sanierung an

Kalte Jahreszeit deckt Schwachstellen auf

01.02.2010, 07:45

Dach mit Schnee
Ein Blick aufs Dach hilft Energielecks entdecken. Bild: S.Schmich/Pixelio

50 Prozent des Gebäudebestands in Deutschland stehen in den nächsten 20 Jahren zur Sanierung an. "Wir haben eine unzureichende Sanierungsrate und eine unzureichende Sanierungseffizienz", bemängelte Stephan Kohler, Chef der Deutschen Energie-Agentur (Dena), auf der 10. Wärmekonferenz in Berlin. Der Winter ist eine gute Jahreszeit für Hausbesitzer, um potentielle Schwachstellen in der Dämmung von Dach oder Fassade aufzuspüren und Ansätze für ein Sanierungskonzept zu entwickeln.

Eine Möglichkeit ist die Thermographie. Die Wärmebildaufnahmen von Häusern zeigen, wo energetische Schwachstellen am Gebäude sind. Eine Wärmebildkamera erfasst per Infrarot die Temperatur von Oberflächen und stellt diese farblich dar. Thermographische Aufnahmen sind aber nur in Zusammenhang mit einer genauen Analyse der Bausubstanz eine wirkliche Hilfe, etwa wenn es darum geht, einen mehrschichtigen Wandaufbau zu analysieren, meint Fred Weigl, der Vorsitzende des Bundesverbands der Gebäudeenergieberater GIH. "Allerdings kostet eine Thermographie mit Beratung mehrere hundert Euro", betont Andreas Skrypietz, Energieberater der Kampagne "Haus sanieren - profitieren".

Erste Hinweise liefert auch der Schnee, beispielsweise bei Reihenhäusern mit unterschiedlicher Dämmung. "Unterschiedlich schneebedeckte Dächer von Reihenhäusern sind ein guter Hinweis auf unterschiedlich gute Dämmung. Meist erkennt man auch die Zwischenwände der Häuser, da hier mehr Wärme entweicht", erklärt Mareike Soder vom Landesprogramm Zukunft Altbau des Umweltministeriums Baden-Württemberg. Man könne auch sehen, wie Wärme an den Dachsparren nach außen entflieht und das Abtauen fördere, so die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU).

Auch die Luftzirkulation im Gebäudeinneren kann Hinweise liefern. "Zugerscheinungen im Raum aufgrund kalter Oberflächen, können ein Hinweis sein, dass bestimmte Gebäudeteile schlecht isoliert sind", sagt Mareike Soder. Die Berater der DBU warnen zudem vor Wärmebrücken. Das sind die kältesten Stellen an Wänden. Sie entstehen, wenn etwa die Dämmung vom Dach an die Außenwand nicht lückenlos anschließt. Weil die Stelle kälter ist als die Umgebung, kondensiert dort Luftfeuchtigkeit. "Wärmebrücken können Nährböden für Schimmelpilzsporen sein", sagt Energieberater Skrypietz. Er rät zur Benutzung eines Infrarot-Thermometers, mit dem Hausbewohner selbst die Temperatur an den Wänden messen können. "Kritisch wird es, wenn es kälter als 12,5 Grad Celsius ist", sagt Skrypietz.

Hausbesitzer können sich aber selbst in der Regel nur einen ersten Eindruck verschaffen. Ein sinnvoller Fahrplan zur Sanierung sollte von einem Fachmann kommen, der mehrere Gewerke überblickt. Qualifizierungsangebote für Handwerker bietet die Kampagne der DBU Haus Sanieren-Profitieren. Dort sind mittlerweile knapp 10.000 Handwerker bundesweit registriert. Sie führen eine kostenlose und unverbindliche Erstberatung durch. In Baden-Württemberg gibt es zudem Zuschüsse für eine ausführlichere Beratung, den Energiesparcheck. Beratung gibt es auch über die Verbraucherzentralen.

Entscheidend ist jedoch nicht nur das Erkennen, sondern auch das sachgerechte Beseitigen von Energielecks. Das sollten Hausbesitzer bereits bei der Anfrage von Angeboten berücksichtigen. "Wenn eine Privatperson Angebote von Firmen einholt, sollte sie sich bestätigen lassen, dass die Bestimmungen der EnEV 2009 für Sanierung eingehalten werden", rät Mareike Soder. Auch für die Überprüfung der fachgerechten Ausführung sollte ein Energieberater hinzugezogen werden, am Besten bereits in der Bauphase, meint Soder.

Mit dem Ende der Bauphase ist die Qualitätskontrolle der Sanierung aber nicht abgeschlossen. "Die Gewährleistung bei solchen Arbeiten liegt in der Regel bei fünf Jahren. Vor Ablauf der Gewährleistung sollte mit einem Fachmann die Leistung nochmals begutachtet werden. Er kann feststellen, ob es mittlerweile Schäden  gibt. Diese müssen dann nachgebessert werden", meint Soder. pgl

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