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Fenster- und Türenbranche rechnet mit anhaltendem Wachstum

Integrierte Fensterlüftung macht Fortschritte

28.03.2014, 11:30

VFF-Geschäftsführer Ulrich Tschorn hat gut lachen: Die Fensterbranche ist vier Jahre in Folge gewachsen. © Silke Thole

Rundum gute Stimmung herrscht auf der fensterbau frontale 2014. Kein Wunder, der Geschäftsverlauf der Fenster- und Türenbranche 2013 war gut, mit 13,2 Millionen Fenstereinheiten wurden 1,8 Prozent mehr eingebaut als im Vorjahr und für 2014 sogar mit plus 4,7 Prozent gerechnet. Hauptwachstumstreiber ist dabei der Renovierungsmarkt. 60,4 Prozent aller produzierten Fenster werden 2014 voraussichtlich in der energetischen Sanierung des Gebäudebestandes verwendet. In dieses Bild passt auch der anhaltende Trend zum Dreifachisolierglas. 55 Prozent der im Wohnungsbau für Fenster und Türen verwendeten Gläser sind Dreifachisoliergläser, Tendenz stark wachsend.

"Das Energiesparpotenzial der Modernisierung im Bestand ist nach wie vor gewaltig", machte Ulrich Tschorn, Geschäftsführer des Verbandes Fenster + Fassade am Rande der Fenster- und Türenmesse in Nürnberg deutlich. Einer aktuellen Studie des Verbands zufolge finden sich in deutschen Gebäuden nach wie vor 21 Millionen Fenstereinheiten mit Einfachverglasung. Würden diese gegen moderne Fenster mit Dreischeiben-Wärmedämmglas ausgetauscht, ließen sich pro Jahr 10 Milliarden Kilowattstunden Energie sparen. Der Austausch dieser Fenster ist der Studie zufolge "in hohem Maße wirtschaftlich". Je nach der zugrunde gelegten weiteren Steigerung der Energiepreise lohnt sich darüber hinaus auch der Austausch von Verbund- und Kastenfenstern sowie von Fenstern mit unbeschichtetem Isolierglas.

"Trotzdem rufen wir nicht nach einer Austauschverpflichtung", so Tschorn. An der Forderung nach einer steuerlichen Förderung der energetischen Sanierung jedoch halten die Verbände der Fenster- und Türenindustrie fest. "Das mag angesichts unseres Wirtschaftlichkeitsnachweises paradox erscheinen, aber wir sind überzeugt, dass der einzelne Entscheider einen zusätzlichen Anreiz braucht." Dem Anreiz der steuerlichen Förderung jedoch hat Bundesbauministerin Barbara Hendricks eine klare Absage erteilt. Das stehe nicht auf der Agenda der Regierungskoalition, sagte sie im EnBauSa.de-Interview.

Die große Bedeutung des Sanierungsmarktes für die Fensterbauer zeigte sich auch bei den Produktvorstellungen auf der fensterbau frontale, die alle zwei Jahre auf dem Nürnberger Messegelände stattfindet. So zeigten mehrere Anbieter weiterentwickelte fensterintegrierte Lüftungsgeräte. "Gerade im Bestand hat die fensterintegrierte Lüftung gegenüber zentralen Wohnungslüftungsgeräten entscheidende Vorteile. Denken Sie nur daran, dass keine aufwändige Verlegung von Lüftungskanälen nötig ist", erklärte Tschorn und machte deutlich, dass es das erklärte Ziel der Branche ist, "die Lüftung am und im Fenster zu behalten". 

Der österreichische Fensterhersteller Internorm etwa, der seinen Umsatz auf dem deutschen Markt im vergangenen Jahr um formidable 10 Prozent steigern konnte, hat seine I-tec-Lüftung um eine Luftfeuchtigkeitsautomatik erweitert und die Leistungseigenschaften verbessert. Der Luftvolumenstrom kann nun im Turbomodus auf bis zu 39 m3/h gesteigert werden. Im Automatik-Modus ermittelt die Lüftung selbständig Temperatur und Feuchtigkeit der Raumluft  und regelt den Luftaustausch vollautomatisch. Der integrierte Wärmetauscher erreicht laut Internorm einen Wärmerückgewinnungsgrad von 86 Prozent. Seit 2012 bereits für das Kunststoff- beziehungsweise Kunststoff/Aluminium-Fenstersystem KF 500 erhältlich, gibt es den Lüfter nun auch für die Internorm-Systeme KF 410 und KV 440. 

Gesteuert werden kann das System über ein direkt am Rahmen angebrachtes Steuerungselement oder mit der neuen I-tec Smart WindowApp via Tablet oder Smartphone. Mit dieser App lässt sich auch die Beschattung für Verbundfenstersysteme steuern, die Internorm ebenfalls mit einer Automatikfunktion aufgerüstet hat. Tag/Nacht-Erkennung und eine laufende Messung von Temperatur und Sonneneinstrahlung ermöglichen eine voll automatische Steuerung. In der warmen Jahreszeit wird eine Raumüberhitzung vermieden, in der kalten werden die Energieeinträge dagegen maximiert.

Schüco zeigte in Nürnberg zwei montagefertige Lüftungselemente, die neu im Sortiment der Fensterlüfter-Familie VentoTherm sind und über den Kooperationspartner DuoTherm Rolladen vertrieben werden. In den bisher gängigen Varianten wird Ventotherm am oberen oder seitlichen Fensterrahmen montiert. Demgegenüber lässt sich das DuoTherm-Lüftungselement mit dem Lüftungsgerät komplett oberhalb des Fensters verbergen. Zur Wahl stehen zwei Elemente, eines mit Rolladenkasten und eines ohne.

Auch Rehau nutzte die fensterbau frontale, um sein im Juni 2012 eingeführtes Lüftungssystem Geneo Inovent noch einmal der Öffentlichkeit zu präsentieren. Das Besondere am Rehau-Gerät ist, dass zwei Lüfterpaare jeweils seitlich in den Blendrahmen integriert werden. Dadurch erfolgt die Montage von Fenstern und Lüftung in einem Schritt, ohne dass zusätzliche Stemm- oder Bohrarbeiten am Mauerwerk nötig sind. von Silke Thole

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