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Passivhaus Institut sprüht Zellulosemasse

Innenwand-Dämmung für historische Gebäude

05.04.2009, 13:18

Tagungsteilnehmer beim Internationalen Anwenderforum Energetische Sanierung von Gebäuden
3. Internationales Anwenderforum Energetische Sanierung von Gebäuden

Dämmstoffe auf Zellulosebasis gibt es bereits seit geraumer Zeit. Bislang werden sie als Einblasflocken, seltener auch als Platten eingesetzt. Wolfgang Hasper vom Passivhaus Institut Darmstadt hat auf dem 3. Internationalen Anwenderforum Energetische Sanierung von Gebäuden gezeigt, dass sich diese auch als diffusionsoffenes Material zur Innendämmung einsetzen lassen.

Innendämmung wird vor allem dann eingesetzt, wenn in historischen Gebäuden keine Veränderung der Fassade in Frage kommt. Wichtig ist dabei, dass die Innenschicht luftdicht, aber diffusionsoffen ist. Der Wasserdampf durchdringt die luftdichte Innenschicht und kondensiert an den kalten Schichten in der Nähe der Außenwand. Die Wassermenge ist aber begrenzt, da nur durch Diffusion transportiert wird. Das flüssige Wasser wird durch den Kapillareffekt zur Raumseite zurücktransportiert. Dort verdunstet es. Die Dämmschicht wird nicht feucht.

Notwendig ist dabei ein direkter Kontakt der Dämmschicht zur Außenwand, damit der Rücktransport der Flüssigkeit funktioniert. Bei Platten ist das im Altbau aufgrund der Unebenheiten der Wände schwierig, Einblasdämmungen erfordern Extrakonstruktionen. Die Forscher des Passivhaus Instituts haben deshalb eine Schicht entwickelt, die sich aufsprühen und anschließend verputzen lässt, berichtet Hasper. Das Zellulosematerial wird feucht aufgespritzt und muss dann je nach Witterung zirka vier Wochen trocknen.

An einem exemplarischen Gebäude im Speicher des Gutes Warin in der Uckermarck haben die Forscher das Verfahren bereits getestet, insbesondere den luftdichten Anschluss von Balken und Fenstern. An den Wänden haben sie eine Dämmstärke von 80 Millimetern erreicht, in den Laibungen der Fenster 40 Millimeter. Die Balkenköpfe der Decken haben zusätzlich einen "Kragen" aus Bitumen erhalten, das mit Glasgewebe verstärkt wurde. Mit Sensoren zeichnen die Forscher nun die Feuchteentwicklung in Mauer, Dämmung, Putz und Holzbauteilen auf. Mit den so gewonnen Daten wollen sie Erfahrungen mit dem Material sammeln und für eine weitere Verbesserung des Verfahrens sorgen. pgl

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