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Auswirkungen auf die Umwelt stehen im Zentrum eines Projekts

IBP forscht verstärkt zu Bioziden bei Dämmung

14.06.2011, 16:38

Das Fraunhofer IBP bereitet interdisziplinäres Forschungsvorhaben vor, das zu einer Versachlichung der Debatte um Algen an gedämmten Fassaden und dem Einsatz von Bioziden beitragen soll.

140,5 Terrawattstunden Strom haben deutsche Atomkraftwerke 2007 ins Netz eingespeist. Dagegen ist das Energiesparpotenziel im Gebäudebestand zirka fünfmal so groß. Insgesamt ergäbe sich damit ein Einsparpotenzial von 85 Atomkraftwerken. Rund 35 Liter Heizöl verbraucht ein energetisch unsaniertes Einfamilienhaus aus den 50er Jahren jährlich pro Quadratmeter Wohnfläche. Wie Untersuchungen des Fraunhofer IBP ergeben haben, könnten durch eine entsprechende Sanierung bis zu 80 Prozent der Kosten für Heizung und Warmwasser eingespart werden. Bei 120 Quadratmetern Wohnfläche entspräche das zirka 2.000 Euro im Jahr.

Um Gebäude in der Masse energetisch zu ertüchtigen und damit eine messbare Energieeinsparung zu erreichen, sind kostengünstige und einfach zu verarbeitende Lösungen erforderlich. Abdichten der Gebäudehülle und der Einsatz von Wärmedämmverbundsystemen (WDVS) leisten hier einen bedeutenden Beitrag. Da ihre Wirkungsweise jedoch zu einer thermischen Entkopplung der Fassade von den beheizten Räumen führt, kann es durch den damit einhergehenden Tauwasseranfall auf der Fassadenoberfläche zu mikrobiellem Aufwuchs kommen. Um dies zu verhindern, werden viele Putze mit Bioziden ausgerüstet, die Algen und Pilze am Wachstum hindern.

Diese biozide Ausrüstung soll der Fassade eine bessere Dauerhaftigkeit verleihen. Sie wirft jedoch umwelt- und innenraumrelevante Fragestellungen auf wie den Verbleib der bioziden Wirkstoffe und die tatsächlichen Eintragsmengen in die Umwelt sowie der mögliche Zusammenhang von Fensterlüftung und Innenraumhygiene.

Aus diesem Grund bereitet das Fraunhofer IBP derzeit ein interdisziplinäres Forschungsvorhaben vor. "In Deutschland wurden im Jahr 2009 allein für Raumwärme, Warmwasser und Beleuchtung 37,3 Prozent des Endenergieverbrauchs aufgewandt. Eine Verminderung dieses Anteils ist unabdingbar.

Und erreicht werden kann dies primär durch die Steigerung der Energieeffizienz, das heißt auch durch die energetische Sanierung bestehender Gebäude", sagt Professor Gerd Hauser, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik. "Selbstverständlich müssen wir uns in diesem Zusammenhang auch mit den Begleiterscheinungen beim Einsatz bestimmter Materialien und Wirkstoffe beschäftigen. Ein interdisziplinäres Forschungsvorhaben hierzu ist ein bedeutender Schritt, um die derzeitige Diskussion auf ein sachliches Fundament zu stellen." pgl

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