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Lüftung zentrales Thema auf der fensterbau frontale

Hoher Wärmeschutz wird bei Fenstern zum Standard

22.03.2016, 09:10

Roka Compact von Beck + Heun
Roka Compact von Beck + Heun vereint alle Anschlussstellen für Fenster und Lüftung in einem System. © S. Thole

Vor Jahren noch eher die Ausnahme, werden hoch wärmedämmende, passivhaustaugliche Fenster mehr und mehr zum Standard. Das ist auf der fensterbau frontale 2016 deutlich geworden. Weiteres zentrales Thema der Fachmesse, die alle zwei Jahre in Nürnberg stattfindet, war einmal mehr die Lüftungstechnik. Gerade in der Sanierung bieten sich fensterintegrierte Lüftungssysteme als Lösung zur Sicherstellung des vorgeschriebenen Luftwechsels an. Inzwischen lassen sich zwei große Produktgruppen unterscheiden: Systeme, bei denen die Lüftung am oder im Rahmen in der Fensterlaibung untergebracht ist und solche, bei denen sie im Rollladenkasten integriert ist.

Ab September wird die dezentrale Fensterlüftung mit Wärmerückgewinnung "Endura Twist" des belgischen Herstellers Renson auf dem deutschen Markt erhältlich sein. Das System kann sowohl horizontal als auch vertikal an einem Fenster installiert werden. Die Wärmerückgewinnung wird durch zwei Wärmetauschermodule realisiert, die abwechselnd die frische Luft nach innen und die verbrauchte Luft nach außen leiten. Die Zu- und Abluftmodule wechseln ihre Lüftungsrichtung zyklisch, wodurch die abgeführte warme Luft die zugeführte Frischluft beim Einlass erwärmt. Das Besondere an diesem Funktionsprinzip: Es ermöglicht eine Bypass-Schaltung. Ist im Sommer keine Wärmerückgewinnung erwünscht, laufen die Ventilatoren dauerhaft in eine Richtung.

Sensoren ermitteln Luftmenge

Endura Twist kann per Standardschalter oder Touchdisplay bedient werden. Im letzteren Fall ist als Option auch eine bedarfsgesteuerte Bedienung möglich. Die benötigte Frischluftmenge wird dabei mit Hilfe von Sensoren automatisch ermittelt. Je nach Bedarf kann ein Modul mit zwei bis sechs Ventilatoren ausgerüstet werden mit einem maximalen Luftdurchlass von 30 m3/h. Der Wärmerückgewinnungsgrad beträgt bis zu 85 Prozent.

Beck + Heun bringt die Lüfterpaare seines Lüftungssystems "Airfox" in dm Rundum-Dämmpaket für die Fensterlaibung "ROKA-CO2MPACT" unter, das gleichzeitig das Problem des energetisch optimierten Fassadenanschlusses für das Fenster adressiert.

Im Gegensatz zu den Systemen von Renson und Beck + Heun müssen für das Lüftungssystem "Geneo Inovent" des Profilherstellers Rehau die Fensterlaibungen nicht extra vergrößert werden. Die Lüftung ist vollständig in das Geneo-Fenster integriert. Möglich wird das dem Anbieter zufolge dank der hohen Stabilität des Fensterprofilsystems, dank derer auf eine Stahlarmierung verzichtet werden kann. Auch Geneo Inovent besteht aus zwei Lüfterpaaren, die im Wechsel Luft ansaugen und nach außen abführen und ermöglicht eine Wärmerückgewinnung von bis zu 68 Prozent. Rehau hat das System bereits 2012 vorgestellt, nun bieten immer mehr Fensterhersteller die Lösung ihren Kunden ein.

Mehr Fenster mit integrierter Lüftung

Einer davon ist Kneer Südfenster. Der Fensterhersteller aus Baden-Württemberg hat auf der fensterbau frontale sein neues Kunststoff-Fenster KF 714 S Geneo Invent vorgestellt. Dieses basiert auf dem Fenster KF 714 S mit einer Bautiefe von 86 mm, das insbesondere im energetisch und architektonisch anspruchsvollen Wohnungsbau zum Einsatz kommt. Die Integration der Lüftung in diese Fenster beeinträchtigt dank der fehlenden Stahlarmierung weder die Optik noch die Größe des Fensters.

Während die diversen Lüftungslösungen sich gerade erst am Markt durchzusetzen beginnen, gehören hohe Wärmedämmwerte der Fenster und insbesondere der Fensterrahmen inzwischen zum Standard. Was nicht heißt, dass sie nicht noch besser werden können. So berichtete der Verband der Kunststofffenster-Branche Prowindo über das europäische Forschungsprojekt "Thinframe", das Ende 2015 abgeschlossen worden ist. Ziel war die Entwicklung einer neuen kosteneffizienten Isoliertechnik für Fensterrahmen.

Der PVC-Rahmen gefüllt mit einem neu formulierten thermisch isolierenden Material werde künftig Fenster mit einem U-Wert unter 0,7 W/m2K ermöglichen, heißt es im Abschlussbericht. Und das durchaus bezahlbar, denn der neue Isolationsschaum kann im Rahmen der bestehenden Produktionsprozesse in die Fensterprofile eingebracht werden. "Mit dem im Coextrusionsverfahren hergestellten Profil wird nicht nur ein nochmals reduzierter Wärmedurchgang erreicht, sondern die Verwendung eines Phasenwechselmaterials ermöglicht auch eine Wärmespeicherung", berichtete in Nürnberg Gerald Aengenheyster, Geschäftsführer Produktqualität des Kunststoff-Zentrums SKZ. Aufgrund der Schaumfüllung ergibt sich außerdem eine deutlich erhöhte Profilsteifigkeit.

Forschungsprojekt optimiert Fenster mit Dämmschaum

Doch auch ohne die Isolierschaum-gefüllten Rahmen aus dem Thinframe-Projekt können sich die Wärmedämmwerte der aktuellen Fensterprofile durchaus sehen lassen. Hersteller Profine stellte in Nürnberg sein neues Profil-System mit einer Bautiefe von 88 mm vor, das bereits in der Standardausstattung einen Uf-Wert von 0,95 W/m2K errreicht. "Wir machen Passivhauslösungen zum Standard", erklärte dazu Unternehmensinhaber Peter Mrosik stolz. Die Konstruktion, die mit Stahl armiert ist und so auch große Elemente ermöglicht, nimmt 3fach-Verglasungen oder moderne Funktionsgläser bis 56 mm Dicke auf. Das neue System kommt im Juli unter den Markennamen KBE88, Kömmerling 88 und Trocal 88 auf den Markt.

Der österreichische Hersteller Internorm präsentierte mit dem HF 410 ein Holz-Aluminium-Fenster, das unabhängig von der gewählten Holzart einen Wärmedämmwert für das Gesamtfenster von Uw=0,70 W/m2K erreicht. Möchlich wird das durch die Mischung aus Vollholz-Oberfläche an der Innenseite und dem sogenannten "I-tec Core" in Verbindung mit der serienmäßigen 3fach-Isolierverglasung, einem 3fach-Dichtungssystem und einem hochisolierenden Thermoschaum. Der I-tec Core besteht aus dünnen, verleimten Holzschichten, wodurch das HF 410 Internorm zufolge eine höhere Tragfestigkeit erreicht, feuchtigkeitsresistenter ist und formstabil bleibt. von Silke Thole

 

 

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