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Holz-Beton-Hybridbauweise bietet viele Vorteile

Höchstes Holzhaus Deutschlands entsteht in Flensburg

19.03.2015, 10:30

Holzhochhaus in der Grafik
Betontreppe am Holzhochhaus: Die Grafik zeigt eines der geplanten Häuser in Flensburg. © Kaden + Partner

Das höchste Holzhaus Deutschlands soll bald in Flensburg an der Förde stehen. Geplant ist ein Ensemble von vier Türmen mit sechs, sieben, acht und zehn Geschossen. Der Entwurf stammt von den Berliner Architekten Kaden + Partner. Sie haben in der Hauptstadt schon vier Siebengeschosser aus Holz gebaut. Das heißt, nicht ganz aus Holz. Es sind sogenannte Hybridkonstruktionen mit einem außen liegenden Treppenhaus aus Stahlbeton sowie einer Holzbetonverbunddecke. Trotzdem sind die Architekten weit über das hinaus gegangen, was im Geschosswohnungsbau mit Holz möglich schien.

Eigentlich schließen die Landesbauordnungen Holz als Baustoff für Häuser der Gebäudeklasse 5 über 13 Meter Höhe aus. "Ausnahmen sind aber möglich, solange man die Brandschutzziele erreicht", sagt Markus Lager von Kaden + Partner. Ein Gutachten der Brandschutzingenieure Dehne und Kruse aus Gifhorn bestätigte, dass die Holzhochhäuser in Flensburg die Vorgaben erfüllen.

Mineralisches WDVS sorgt für den Brandschutz

Erreicht wird der Brandschutz mit zwei Kapselungen: Die äußere wird mit einem mineralischen Wärmedämmverbundsystem hergestellt und fungiert zugleich als Fassade. "Um gute, praktikable Details und Konstruktionen zu erhalten, arbeiten wir schon früh in der Planungsphase mit den ausführenden Unternehmen zusammen. Vor allem den Bauablauf denken wir uns gemeinsam aus", sagt Markus Lager.

Innen wird das Holz mit Fermacellplatten gekapselt. Allerdings wollen die Planer das Holz nicht überall verstecken. "Wo es sichtbar bleibt, wollen wir einen Brandschutzanstrich aufbringen oder das Holz auf Abbrand dimensionieren. Da sind wir gerade in der Planung", sagt Markus Lager. Holz hat eine Abbrandquote von 0,2 Millimetern pro Minute. Das ist ein Wert, der sich bei ausreichender Dicke des Holzes mit dem Brandschutz verträgt.

Kaden + Partner verwenden Beton und Holz jeweils dort, "wo jedes Material seine besten Eigenschaften entfaltet", sagt Lager. Von einer "sinnhaften Verknüpfung" sprach Tom Kaden kürzlich in Berlin bei einem Vortrag auf Einladung der Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen. Auch in Flensburg haben sich die Architekten wieder für ein außen stehendes Betontreppenhaus entschieden. "Es ist ein gern verwendetes Entwurfsprinzip von uns. Jede Wohnung wird wie ein Einfamilienhaus erschlossen, bei dem man direkt Kontakt zum Außenraum hat, wenn man aus der Tür tritt", sagt Markus Lager. Beton in der Decke sorgt wegen seiner Schwere für einen besseren Schallschutz. "Man könnte die Decke auch nur mit Holz bauen. Das wäre aber hochpreisiger und sie hätte in der Regel eine größere Aufbauhöhe", erklärt Markus Lager.

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