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Beschichtetes Glas wird leichtes Plus haben

Gute Baukonjunktur erhöht 2016 Umsatz mit Flachglas

28.07.2016, 08:30

Haus mit neuen Fenstern
Baukonjunktur sorgt für mehr Absatz bei Glas. © B. Baumann

Laut einer im Auftrag des Bundesverbandes Flachglas (BF) frisch aktualisierten Studie der Bonner B+L Marktdaten GmbH ging der Umsatz der Flachglasbranche mit circa 2,51 Milliarden Euro im Jahr 2015 gegenüber 2014 (2,54 Milliarden Euro) leicht um 1,3 Prozent zurück. Für 2016 rechnet die Branche mit einer Steigerung des Umsatzes auf rund 2,53 Milliarden Euro, was einem Zuwachs von einem Prozent entspricht. "Ein wesentlicher Grund für diese insgesamt stabile Entwicklung ist die florierende Baukonjunktur", so der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Flachglas (BF), Jochen Grönegräs.

Die von den Unternehmen der Flachglasbranche hergestellten Produkte entwickelten sich etwas uneinheitlich. So ging der Absatz des Basisproduktes Floatglas, aus dem die anwendungsfertigen Glaserzeugnisse durch weitere Verarbeitungsschritte gefertigt werden, von rund 133,8 Millionen Quadratmetern in 2014 auf rund 133,1 Millionen Quadratmeter in 2015 zurück. Das entspricht einem Minus von rund 0,5 Prozent. Für 2016 wird hier allerdings wieder mit einer Steigerung auf rund 135,1 Millionen Quadratmeter gerechnet.

Bei Gussglas ging der Absatz von rund 8,7 Millionen Quadratmetern in 2014 um 4,8 Prozent auf rund 8,3 Millionen Quadratmeter in 2015 zurück. Der Umsatz lag 2015 bei rund 64 Millionen Euro (2015 zu 2014: Minus 4,5 Prozent).

Leicht bessere Aussichten bei beschichtetem Glas

Der Absatz von beschichtetem Glas, wie es in den heutigen hochwertigen Isoliergläsern zum Einsatz kommt, sank von rund 42,5 Millionen Quadratmetern in 2014 auf rund 42,1 Millionen Quadratmeter in 2015. Das entspricht einem Rückgang von rund 0,8 Prozent. Für 2016 wird wieder mit einer leichten Steigerung von geschätzt 1,6 Prozent auf rund 42,8 Millionen Quadratmeter gerechnet. "Ein Impuls für die Mengenentwicklung bei beschichtetem Glas wäre es, wenn der Anteil der Dreifachgläser am Isolierglas weiter steil steigen würde", stellt Grönegräs fest. Dieser hat sich von 2014 auf 2015 aber nur noch von 57,2 auf 58,8 Prozent gesteigert.

Gut 15,4 Prozent des beschichteten Glases waren 2015 als Sonnenschutzglas ausgeführt. Der Rest sind überwiegend Beschichtungen, die die Wärmedämmung von Isolierglas verbessern helfen. Andere Beschichtungen, darunter auch solche zur Selbstreinigung, machten lediglich 2,9 Prozent aus.

Leichte Rückgänge musste im vergangenen Jahr der Bereich Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG) verkraften. Hier sanken die Absätze von rund 18 Millionen Quadratmetern in 2014 um rund 1,1 Prozent auf circa 17,8 Millionen Quadratmeter in 2015. "In Fassaden wird zunehmend VSG eingesetzt. Für 2016 erwarten wir allerdings auch beim ESG eine leichte Erholung von gut 2,8 Prozent beziehungsweise eine Absatzsteigerung auf rund 18,3 Millionen Quadratmeter", so Grönegräs.

Verbund-Sicherheitsglas (VSG) entwickelt sich dagegen insgesamt sehr positiv. Der Absatz stieg von rund 14,7 Millionen Quadratmetern in 2014 um rund 5,4 Prozent auf rund 15,5 Millionen Quadratmeter in 2015. Die Prognose für 2016: Plus 5,5 Prozent auf rund 16,3 Millionen Quadratmeter. Die Produktion von VSG stieg um gut 2,1 Prozent von rund 16,5 Millionen Quadratmetern in 2014 auf rund 16,8 Millionen Quadratmeter in 2015 an. Der positiven Mengenentwicklung stehen entsprechende Zuwächse beim Umsatz gegenüber: Sie steigen von 204 Millionen Euro in 2014 auf rund 213 Millionen Euro in 2015, ein Plus von 4,1 Prozent.

Isolierglas stagniert auf hohem Niveau

Immer noch gut im Rennen liegt das Isolierglas. 2014 konnten 26,7 Millionen Quadratmeter abgesetzt werden, 2015 waren es rund 26,2 Millionen Quadratmeter – ein leichter Rückgang von rund 1,7 Prozent. Für 2016 wird in diesem Bereich mit einer Zunahme von rund 0,6 Prozent auf rund 26,4 Millionen Quadratmeter gerechnet. "In den letzten beiden Jahren ging der Isolierglasabsatz in Deutschland jeweils zurück, obwohl der Fenstermarkt wuchs. Für 2016 rechnen wir damit, dass aufgrund des Marktwachstums der Isolierglasabsatz wieder leicht steigt. Gleichwohl hält der Importdruck natürlich unvermindert an und bereitet vielen deutschen Herstellern mit Blick auf die Zukunft erhebliche Sorgen", bekräftigt Grönegräs. Mit "Warmer Kante", dem hochwertigen Randverbund zur Verbesserung der Wärmedämmung, waren 2015 62,2 Prozent der verkauften Isoliergläser ausgerüstet. Quelle: BF / pgl

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