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Axel Gedaschko warnt davor, falsche Erwartungen zu wecken

GdW greift Dena-Studie zur Sanierung an

12.02.2011, 00:00

Die Rentabilität von Sanierung sorgt für Debatten. Bild: Dena

Im Dezember 2010 hatten Dena und IWU eine Studie zur Rentabilität der Sanierung vorgelegt. Diese Studie sei unrealistisch und setze falsche Signale, kommt nun der Konter des wohnungswirtschaftlichen Verbands GdW. Die Dena verteidigt im Gespräch mit dem Online-Magazin EnBauSa.de die Studie.

An einer Reihe von Punkten übt der GdW inhaltliche Kritik an der Studie. Sie gehe davon aus, dass sich die energetische Sanierung von Mehrfamilienhäusern sowohl für Vermieter als auch für Mieter rechnet, so der GdW. Zu dieser Aussage kommt die Studie aber gar nicht so generell. Ihre Aussagen gelten nur für diejenigen zirka 15 Prozent des Bestands an Mehrfamilienhäusern, die mehr als 225 Kilowattstunden pro Quadratmeter Wohnfläche verbrauchen. Das wird auch dokumentiert.

Ziel der Studie sei es, Bauherren dazu zu motivieren, anstehende Instandsetzungen mit einer anspruchsvollen energetischen Sanierung zu verbinden. "Das ist in Teilen schlichtweg falsch", erklärte Axel Gedaschko, der seit Februar Präsident des GdW ist, dazu. Henning Discher, Projektleiter im Bereich enegieeffiziente Gebäude bei der Dena, weist die Vorwürfe zurück: "Aus der Kritik geht nicht hervor, welche fehlerhaften Signale von unserer Studie ausgehen könnten".

Die Studie sei unrealistisch, weil sie die tatsächlichen Handlungsmöglichkeiten der Vermieter nicht darstelle, kontert der GdW-Präsident und bezeichnet die Erhebung als "völlig ungeeignet dafür, einen Vermieter bei seiner Entscheidung für oder gegen eine energetische Sanierung zu unterstützen. Das Modell berge die Gefahr, dass Gebäudeeigentümer und Mieter falsche Vorstellungen darüber erlangen, welche Kosten und welcher Aufwand mit einer energetischen Modernisierung auf sie zukomme, warnte Gedaschko.

In der Studie würden Annahmen getroffen, nach denen nur so genannte "energiebedingte Mehrkosten" einer Modernisierung als Kosten berücksichtigt werden. Instandsetzungskosten würden als "ohnehin zu tätigende Investition" außer Betracht gelassen. Diese Annahme entspreche nicht der wohnungswirtschaftlichen Realität. Reale Handlungsalternativen seien laufende Instandhaltung oder Durchführung von Teilmaßnahmen. In der wohnungswirtschaftlichen Wirtschaftlichkeitsberechnung müssen stets die Vollkosten der Maßnahme angesetzt werden. "Der GdW setzt Vollkosten an. Das geht implizit davon aus, dass es keine Sowieso-Maßnahmen gibt. Wir rechnen mit den Mehrkosten für die Energieeffizienz", weist Discher den Vorwurf zurück, die Kosten würden herunter gerechnet.

Ein weiterer Punkt, der aus Sicht des wohnungswirtschaftlichen Verbands zu kurz kommt sind die durch eine Modernisierung neu entstehenden Kosten für Instandhaltung und Wartung, etwa bei Lüftungsanlagen und Solarthermie. "Wir haben insgesamt keine Wartungskosten angesetzt, das ist richtig. Bei manchen Einzelmaßnahmen kann höherer Wartungsaufwand resultieren. Bei anderen Maßnahmen verringert sich der Aufwand, wie zum Beispiel durch einen verlässlichen Betrieb der Heizungsanlage und ihrer Steuertechnik. Wir haben deshalb weder die Mehr- noch die Minderkosten angesetzt", kontert Discher.

Der GdW kritisiert weiter, dass für manche Objekte von Bedarfswerten ausgegangen wurde. Erfahrungsgemäß lägen die tatsächlichen Energieverbräuche von dezentral beheizten Objekten deutlich unter den Bedarfswerten, die tatsächlichen Energie- und Kosteneinsparungen würden also bei Verwendung von Rechenwerten überschätzt. Diese Tatsache sei in den Berechnungen berücksichtigt worden, erwidert Discher: "Das IWU hat nicht mit den gesetzlichen Randbedingungen gerechnet, sondern bewusst Korrekturfaktoren gesetzt wie geringere Raumtemperaturen, um eine Annäherung an den realen Verbrauch zu erreichen." Die erzielbaren Energieeinsparungen seien insofern nicht überschätzt. Durch solch eine interessengeleitete Studie werde komplettes Misstrauen und Verunsicherung einer ganzen Branche erreicht, warnt Gedaschko.

Die Heftigkeit, mit der der GdW gegen die Dena schießt, überrascht zunächst. Schon in der Vergangenheit hatte es zwischen dem GdW und Instituten wie dem IWU, die Berechnungen zur Sanierung abliefern, Debatten gegeben. Auch andere Fachleute warnen teilweise davor, dass im Moment die Sanierungspotentiale eher überschätzt würden. Nun stehen die Debatten um die Neugestaltung der Energieeinsparverordnung an. Die Wohnungswirtschaft wehrt sich gegen weitere Verschärfungen. Da passen Studien wie die der Dena nicht wirklich ins Konzept.

von unserer Redakteurin Pia Grund-Ludwig

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