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Experten: Bei der Gebäudesanierung sollte Breite vor Tiefe gehen

GdW-Expertin füllt Pflichtenheft der Dämmindustrie

12.06.2014, 12:20

Ingrid Vogler vom GdW
Ingrid Vogler: Bestehende Probleme müssen offen diskutiert werden. © FIW

"Die Wärmedämmung von Gebäuden ist keineswegs so problematisch wie es oft dargestellt wird. Sie ist wichtig und nötig, sie ist aber auch nicht frei von Problemen", stellte die Referentin für Energie, Technik und Normung des Bundesverbandes deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen GdW, Ingrid Vogler, jetzt auf dem Wärmeschutztag 2014 des Münchener Forschungsinstituts für Wärmeschutz FIW e.V. klar. Der Algenbefall von Fassaden sei ebenso Realität wie die Besiedlung mit Tieren, etwa Spechten. Und auch schlechte Verarbeitung und unglückliche Gestaltung seien durchaus immer wieder mal zu beobachten.

Vogler nutzte ihren Auftritt auf der Münchner Veranstaltung, auf der sich alljährlich Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Verbänden und Wissenschaft über Energieeffizienzthemen austauschen, um der Dämmstoffindustrie eine Reihe von Aufgaben ins Pflichtenheft zu schreiben. Im Bereich Architektur und Konflikte mit dem Denkmalschutz seien die Probleme mit den verfügbaren Dämmstoffen und -systemen durchaus lösbar. Noch gelöst werden müssen dagegen aus Sicht der GdW-Expertin die Besiedlung mit Algen und Tieren. Fakt sei, dass in Dämmstoffen sowohl Biozide als auch Flammschutzmittel verwendet werden und dass es bislang für viele Dämmstoffe keine Recyclinglösung gibt. "Die offenen Fragen und Probleme bei der Verwendung von Dämmstoffen und -systemen müssen offen diskutiert und Lösungen gesucht werden", so Vogler in München.

Keinen Zweifel ließ die GdW-Vertreterin daran, dass Dämmung sehr wohl zu Energieeinsparungen führt. Allerdings sprach sie sich gegen eine weitere Verschärfung von ordnungsrechtlichen Mindestanforderungen aus, der Zusatznutzen höherer Standards sei gering. Auch Friedrich Seefeld von der Prognos AG machte in seinem Vortrag zur Energiewende im Gebäudesektor deutlich, dass es bei der Erreichung der Energieeinspar- und Klimaziele der Bundesregierung vor allem darauf ankommt, schnell die energetischen Sanierungsraten zu erhöhen. Dabei müsse Breite vor Tiefe gehen. 

Ins gleiche Horn bläst Klaus Freiberg, Vorstandsmitglied der Deutschen Annington Immobilien, einem der größten deutschen Wohnungsunternehmen, das als eines der ersten der Branche zusammen mit der Dena einen umfassenden Sanierungsplan für seinen gesamten Wohnungsbestand aufgestellt hat. "Beginnend in diesem Jahr werden wir jährlich drei Prozent unseres Bestandes modernisieren", so Freiberg. Allerdings stoße sein Unternehmen immer häufiger auf Akzeptanzprobleme. "Dabei geht es nicht um irgendwelche Bedenken gegen Wärmedämmung oder Ähnliches, es geht schlicht und einfach um das zahlen können." Die Erreichung der Klimaziele sei machbar, aber von den Mietern nicht bezahlbar. Bei 30 bis 45 Prozent der Bestände werde es realisitisch unter den bestehenden Rahmenbedingungen nicht möglich sein, diese energetisch zu sanieren.

Die Lösung des Problems sieht Freiberg in der Senkung der Sanierungskosten und die läßt sich ihm zufolge unter anderem durch eine Absenkung des KfW-Förderstandards auf EnEV-Niveau erreichen. Weitere Maßnahmen seien eine Mehrwertsteuer-Absenkung für Sanierungsarbeiten und eine langfristig sichere Bereitstellung von Fördergeldern. von Silke Thole

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