RSS | Newsletter | Über uns | Kontakt | Sitemap

Sie sind hier: Home » Dämmung & Fassade » Aktuelles » Artikel » Ganzheitliche Quartierssanierung in Essen startet

Eltingviertel ist eines von sechs Vorzeigeprojekten in NRW

Ganzheitliche Quartierssanierung in Essen startet

16.04.2015, 07:30

Startschuss zur Quartierssanierung im Essener Eltingviertel
Viele Beteiligte sollen für den Erfolg sorgen. Den "Letter of Intent" halten (v.l.) Essens Oberbürgermeister Reinhard Paß, NRW-Bauminister Michael Groschek (SPD) und der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Annington, Rolf Buch. © Sponholz

Eine "ganzheitliche und nachhaltige Quartiersentwicklung": Das ist das Ziel des Konzepts "InnovationCity Essen". Gestern gaben NRW-Bauminister Michael Groschek, Vertreter der Stadt Essen, der Deutschen Annington, der Emschergenossenschaft, der STEAG Fernwärme und der RWE mit einem "Letter of Intent" den Startschuss für das Projekt im Essener Eltingviertel. Ihre Intention: Gemeinsam CO2-Emissionen um die Hälfte reduzieren, Immobilienwerte sichern und die Lebens- und Wohlfühlqualität der Menschen im Quartier steigern. Dass das gelingen kann, beweist die Modellstadt Bottrop: Hier wurde bereits vor fünf Jahren die erste "InnovationCity" geschaffen, die mit ihrem Ansatz für einen klimagerechten Stadtumbau sowie für eine ganzheitliche Modernisierung von Stadtquartieren steht.

Sabrina Schrang (30) wohnt seit zwei Jahren mit ihren fünf Kindern auf 83 Quadratmetern für knapp 509 Euro Kaltmiete im Eltingviertel. Gerade erst musste sie 800 Euro für Heizkosten nachzahlen. Mag sein, dass sie von dem Projekt "InnovationCity" noch nichts gehört hat und auch den NRW-Bauminister nicht kennt, der im Hof plötzlich vor ihr steht, aber was es bedeutet, hier zu leben, und was hier fehlt, weiß sie ganz genau: "Wird Zeit, dass hier mal was für die Menschen getan wird", sagt sie. Und ihre Nachbarin bestätigt: "Und für die Umwelt. Die Nachtspeicherheizung ist nicht gut. Davon muss man immer husten."

Rund 1.900 Wohnungen – viele in originalgetreuen Gründerzeithäusern – gibt es in diesem Quartier, rund 40 Prozent davon gehören der Deutschen Annington. Und genau hier setzt das Projekt an: 9,3 Millionen Euro investiert die führende deutsche Immobiliengesellschaft noch in diesem Jahr in die energetische und seniorenfreundliche Modernisierung des Bestandes. Dass sich die Investitionen lohnen werden – für die Umwelt, die Bewohner und das Unternehmen selbst – steht für den Vorstandsvorsitzenden Rolf Buch außer Frage. Auch, wenn er gestern einräumte, dass man als großes Wohnungswirtschaftsunternehmen zunächst umdenken und eine neue Haltung annehmen musste: Nicht die Größe oder Börsennotierung seien demnach wichtig, sondern "sinnvolle Leistungen, die bezahlbar und auf lange Sicht tragfähig sind". Die Einsicht kam nicht von ungefähr – eher ging sie darauf zurück, dass das Geschäft "immer holpriger und mühsamer" wurde. Denn: "Die Mieter kommen nicht mehr zu uns und fragen: 'Dürfen wir eine Wohnung bekommen?' Sondern eine Million Mieter fragen: 'Was bietest du'?"

Nachtspeicher verschwinden

Die Deutsche Annington bietet mit dem Projekt "InnovationCity" künftig ihren Mietern eine Menge: Ein Karree mit 180 Wohnungen bildet den Anfang, zwei weitere "Höfe" sollen nach einem erfolgreichen ersten Schritt folgen. Das Programm: Nachtspeicherheizungen werden gegen Fernwärme ausgewechselt, Balkone angebaut, Fenster ausgetauscht, Keller- und oberste Geschossdecken gedämmt, Fassaden und Treppenhäuser überarbeitet und Hauseingangsbereiche erneuert. Und das im Bestand – ohne dass die Mieter ihre Wohnungen verlassen müssen. Möglich wird dies auch, so Buch, weil man eigene Handwerker-Gruppen beschäftigt, die in der Lage sind, ein Bad komplett in drei Tagen umzubauen. "Das gibt uns die Chance, in bestehenden Mietverhältnissen umzubauen."

Seite 1 von 2
Blättern  1 2 Weiter

Eine Verwendung dieses Textes durch Dritte ist kostenpflichtig. Eine Lizenzierung ist möglich. Bitte nehmen Sie bei Fragen Kontakt auf.

 

Kommentar schreiben

(wird nicht veröffentlicht)
Bitte geben Sie die angezeigte Zeichenfolge (Captcha) ein. Dies dient zur Vermeidung von unerwünschtem Spam.

Zurück

Premiumpartner