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Verbände legen Papier zum Gebäudebestand vor

"G7 funktioniert nicht ohne Gebäudesanierung"

15.06.2015, 14:20

Für die beim G7-Gipfel gesteckten Klima-Ziele braucht Deutschland eine "CO2-Sanierungsoffensive". Dafür müssen Bund und Länder deutlich mehr investieren, entschlossener handeln und auch neue Wege gehen. Das fordern rund 30 Verbände und Organisationen der Planer, Bau- und Immobilienwirtschaft in einem Positionspapier, das sie heute in Berlin vorgestellt haben. Zusammengeschlossen haben sich die Branchenvertreter in der Aktion "Impulse für den Wohnungsbau".

Das politische Leitpapier mit dem Titel "Förderung der energetischen Gebäudesanierung" bekräftigt die Schlüsselrolle, die das CO2-Sanieren von bestehenden Wohn- und Wirtschaftsgebäuden für das Erreichen der Klimaschutz-Ziele hat: "Dabei ist es notwendig, sich wesentlich stärker auf den Gebäudebestand zu konzentrieren, als ständig die 'energetische Sparlatte' für Neubauten immer höher und höher zu legen", sagt Ronald Rast, Koordinator der Aktion.

Die wirklichen Energieeinspar-Ressourcen würden durch die völlig unzureichende Sanierung der Altbauten regelrecht verschenkt. "Selbst wenn in den nächsten Jahren 250.000 Wohnungen pro Jahr neu gebaut werden, bedeutet dies – gemessen am gesamten Wohnungsbestand in Deutschland – eine Neubaurate von gerade einmal 0,62 Prozent. Rein rechnerisch wäre Deutschland dann erst frühestens in 160 Jahren am Energiesparziel für den Gebäudebestand", so Rast.

Die Aktion "Impulse für den Wohnungsbau" richtet vier zentrale Forderungen an Bund und Länder. Beide müssten gemeinsam Initiativen ergreifen und Sanierungen deutlich stärker unterstützen. Bei der Förderung der energetischen Gebäudesanierung sei es wichtig, alle zu erreichen – Hauseigentümer, die ihre Immobile selbst nutzen, private und institutionelle Vermieter genauso wie Mieter, Berufstätige genauso wie Senioren.

Konkret spricht sich das Aktionsbündnis für diese Punkte aus:

  • Das Instrument "Steuer": 30,5 Millionen Wohnungen – und damit mehr als drei Viertel des gesamten deutschen Wohnungsbestandes – sind in der Hand von Haus- und Wohnungseigentümern, die diese selbst nutzen oder privat vermieten. Von diesen Eigentümern wiederum stehen rund zwei Drittel im Arbeitsprozess. Das bedeutet: Neue, spürbare steuerliche Anreize garantieren hier den effektivsten Sanierungsanreiz.
  • Das Instrument "KfW-Zuschuss": Ein direkter Finanzzuschuss kann besonders attraktiv sein – insbesondere für ältere Haus- und Wohnungseigentümer, die von steuerlichen Anreizen nicht mehr profitieren. Gerade Menschen, die nicht die vollen Sanierungskosten investieren wollen und auch nicht bereit oder in der Lage sind, im Alter noch einen Kredit aufzunehmen, sollen durch finanzielle Zuschüsse zur energetischen Gebäudesanierung motiviert werden. Hierzu muss das KfW-Förderprogramm zur energetischen Gebäudesanierung allerdings auf mindestens 3 Milliarden Euro pro Jahr aufgestockt und auf Dauer festgeschrieben werden.
  • Instrument "Doppel-Sanierung": Die Aktion "Impulse für den Wohnungsbau" spricht sich für eine Kopplung von energetischer und altersgerechter Gebäudesanierung aus. Hierzu müssen die Förderprogramme der KfW kombinierbar gemacht werden. "Bei der altersgerechten Sanierung gibt es ebenfalls einen enormen Nachholbedarf. Hier muss der Bund die KfW-Mittel auf mindestens 100 Millionen Euro pro Jahr aufstocken und diese ebenfalls für die kommenden Jahre verlässlich zur Verfügung stellen", so Rast.
  • Instrument "Abriss und Neubau": Wenn bei einem bereits leergezogenen Altbau, der das Ortsbild nicht prägt oder gar unter Denkmalschutz steht, die energetische und altersgerechte Sanierung wirtschaftlich keinen Sinn mehr macht, sollen ein Abriss und der anschließende Neubau an gleicher Stelle genauso behandelt werden wie eine Vollsanierung. Hier muss die KfW-Förderung angepasst werden. Zudem müssen bürokratische Hürden im Baurecht verschwinden.

Quelle: Impulse für den Wohnungsbau / pgl

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