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Innovationen zu Solarthermie, Bio-Polymeren und Holzbau

Fraunhofer-Allianz eröffnet Bau mit Produktreigen

18.01.2011, 07:00

Mann zeigt parametrisches Bauen
Fraunhofer-Mitarbeiter zeigt parametrisches Bauen auf der Bau 2011. Bild: Grund-Ludwig

München. Zu einer breiten Präsentation der Kompetenzen der Institute aus der Fraunhofer-Allianz Bau, in der seit zwei Jahren 16 Institute zusammenarbeiten, nutzte die Fraunhofer-Gesellschaft den ersten Tag der Fachmesse Bau 2011.

Hans-Jörg Bullinger, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, mahnte in seinem Eingangs-Statement mehr Mut zu Leuchtturmprojekten bei Großvorhaben der öffentlichen Hand wie der Neugestaltung des Flughafens in Berlin oder dem Umbau des alten Olympiageländes an. Er hoffe, dass man bis zur Mitte des Jahrtausends sagen werde, dass die deutschen Städte Vorreiter waren, auch beim Umstieg auf Erneuerbare.

Anhand konkreter Forschungsvorhaben demonstrierte Klaus Sedlbauer, Chef der Fraunhofer-Allianz, dann die Leistungsfähigkeit, die sich durch eine Bündelung der Kompetenzen einzelner Institute ergibt.

Zu sehen ist auf dem Stand unter anderem eine Fassade, die drei unterschiedliche solarthermische Kollektoren vereinigt und vor allem für den Einsatz an Hochhäusern konzipiert ist. Sie besteht aus Kollektoren für opake Bauteile sowie Glas-Vakuumröhrenkollektoren und Stahl-Lamellen.

Die Lamellen sind so geformt, dass sie den Blick von innen nach außen erlauben, aber im Sommer wenig Hitze von draußen nach drinnen lassen. Dazu sind sie um 60 Grad gekippt.

Die Kollektoren stecken in einer von Druckluft durchströmten Doppelwand. Das verhindert sowohl Kondensat als auch Schmutzeintrag und macht die solarthermischen Anlagen wartungsfreundlich. Das ist besonders bei Hochhäusern wichtig, bei denen die Anlagen nach dem Bau schwer zu erreichen sind. Die Technologien werden derzeit in einem EU-Forschungsprojekt erprobt. "Es ist die zweite Produktgeneration, sie ist marktreif und könnte in einem Jahr auch serienreif sein", beschreibt Projektchef Francesco Fontini vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme im Gespräch mit EnBauSa.de den Stand der Dinge. Auf einen Preis will er sich noch nicht festlegen, dieser könnte zwischen 700 und 800 Euro pro Quadratmeter für die Fassadenlösung liegen.

Gezeigt wird auch das System, mit dem in Berlin Deutschlands derzeit höchstes Haus in Holzbauweise entstanden ist. Holzbauweise eigne sich für alle Klimate, sagt Bohumil Kasal, Direktor des Fraunhofer-Instituts für Holzforschung. Besonders geeignet sei es aber für erdbebengefährdete Gebiete, da Holz ein sehr viel geringeres Eigengewicht hat als Stahl und Beton.

Eine weitere Innovation sind Bio-basierte Polymere aus Zellulose, die sich genau so verarbeiten und formen lassen wie EPS. Ausgangsstoff ist ein Zellulose-Granulat. Man könne damit einen Lambda-Wert von 0,035 erreichen. Das Material wird EPS auf absehbare Zeit nicht ersetzen, dazu ist es mit dem drei- bis vierfachen des Preises schlicht zu teuer. Deshalb wird es wohl in nächster Zeit auch nicht als Dämmstoff zum Einsatz kommen. Die Dämmstoffhersteller hätten aber Interesse an diesen Entwicklungen, betont Andreas Kaufmann. Sie wollen sich auf die Zeit vorbereiten, wenn EPS teurer wird und sie auf Alternativen ausweichen müssen, kommentiert Axel Kauffmann, Gruppenleiter neue Materialien und Produkte.

Demonstriert wird unter anderem noch, wie sich mit Hilfe von 3-D-Systemen parametrisches Bauen realisieren lässt.

von unserer Redakteurin Pia Grund-Ludwig

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