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Erste Unternehmen haben Interesse angemeldet

Forscher entwickeln Wandbauteile aus Holz und Anhydrit

01.07.2009, 08:35

Verbundelement im Anschnitt
Die Kombination aus Holz und Anhydrit verbraucht weniger Energie als Beton. Bild: Bauhaus Universität

Forscher der Bauhaus-Universität in Weimar haben eine neue Materialkombination aus Holz und Anhydrit für Decken- und Wandelemente entwickelt. Die sollen so stabil sein wie Bauteile aus Holz und Beton, in der Herstellung aber weniger Energie verbrauchen als Beton. "Zudem eignet sich Beton für die bei Niedrigenergie- oder Passivhausbauweisen so wichtige Wärme- und Luftfeuchtespeicherung sowie hinsichtlich der Wärmeleitfähigkeit aus bauphysikalischer Sicht nur eingeschränkt", so die Forscher.

Die neuartigen hybriden Verbundelemente könnten bisherige Hybridbauelemente aus Holz und Beton dort ersetzen, wo erhöhte Anforderungen an Statik, Schwingungsverhalten und Spannweiten bestehen. Das ist in der Architektur bei mehrgeschossigen Häusern, Schulen oder Kindergärten der Fall.

Das von den Weimarern verwendete Anhydrit ist ein in der Natur vorkommendes Mineral, das zu Anhydrit-Estrich verarbeitet wird. Das Material soll Feuchtigkeit gut aufnehmen und wieder abgeben können.

Es kommt bereits heute als Estrichbelag im Wohnungsbau zum Einsatz. Als statisch tragende Schicht einer Holzdeckenkonstruktion wird es bislang jedoch nicht verwendet. Die Weimarer Forscher testeten erstmals den Einsatz als tragendes Element sowie eine neuartige, einfache Herstellung des dazu benötigten Verbundes zwischen der Anhydrit-Schicht und dem Holz. Dieser kommt gänzlich ohne die bislang üblichen Verbindungsmittel aus Stahl aus.

"Wir erreichen je nach Anwendungsfall einen direkten Haftverbund durch die sägerauhe Oberfläche des Holzes oder durch einen formschlüssigen Verbund mittels in die Brettstapel eingefügter Einfräsungen" erklärt Projektleiter Professor Karl Rautenstrauch. Für die hier verwendeten Brettstapelelemente kann Fichtenholz in geringerer Sortierqualität in größerem Umfang eingesetzt werden.

Noch fehlt die Zulassung der Bauaufsicht, doch in Sachsen, Bayern und Thüringen haben bereits erste Unternehmen Interesse geäußert. Sobald die Zulassung vorliegt, kann die industrielle Produktion beginnen. pgl

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