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Weiterleitung des Schadensfalls hat nicht funktioniert

Formaldehyd: Pannen beim Meldesystem

11.12.2013, 09:30

Der Rückbau der Dämmung nach einer Sanierung ist für einen privaten Bauherren oder ein Wohnungsunternehmen teuer und ärgerlich. Genau das musste ein Wohnungsunternehmen in Bochum tun. Die Kosten dafür sind enorm, der Imageschaden groß.

In diesem Fall ging es um Ortschaum. Das Material wurde zur Dachdämmung eingesetzt und hat gesundheitsschädliches Formaldehyd ausgegast. So weit so schlecht. Gibt es noch mehr solcher Fälle? Wahrscheinlich, aber schwer herauszufinden.

Die Wohnungsunternehmen sind durch Fälle in der Vergangenheit alarmiert, viele versichern, dass sie das Produkt nicht oder nicht mehr verwenden. Die Gesundheitsämter müssen die Fälle melden, das Bundesinstitut für Risikoabschätzung (BfR) sammelt die Fälle und bewertet sie. Doch funktioniert das auch?

Im Fall Bochum offensichtlich nicht. Das Gesundheitsamt Bochum hat nach eigener Aussage das zuständige BfR in Kenntnis gesetzt, so Annika Vößing vom Presseamt der Stadt auf Anfrage von EnBauSa.de. Doch zwischen dem Amt in Bochum und dem Institut in Berlin ist die Meldung verschwunden. "Von dem Fall in Bochum haben wir nicht erfahren", sagt Axel Hahn, Leiter der Dokumentations- und Bewertungsstelle für Vergiftungen des BfR gegenüber EnBauSa.de.

Er ist zuständig und eigentlich für das Thema sensibilisiert, hatte sich in einem Aufsatz sogar dafür ausgesprochen, das Thema Formaldehydbelastung durch Ortschaum stärker in den Fokus zu nehmen. Meldungen solcher Fälle durch die behandelnden Ärzte an das BfR seien von erheblicher Bedeutung, damit frühzeitig Gefahren für Verbraucher durch den Einsatz von Chemikalien erkannt, fachlich bewertet und unterbunden werden könnten, hieß es in dem Text.

Das BfR werde sich aktiv an die Giftinformationszentren wenden, um Hinweise auf Risiken im Zusammenhang mit Dämmmaßnahmen und Formaldehyd zu erfragen. "Wir haben zum Thema Formaldehydbelastung durch Ortschaum in der Giftkommission des BfR diskutiert. Einzelne Giftinformationszentren sind dort vertreten. Außerdem habe ich das Thema in die Innenraumkommission des Umweltbundesamts eingebracht", so Hahn gegenüber EnBauSa.de. Auf die Frage, warum denn die Information im eigenen Haus hängen bleibe, musste Hahn aber passen. von Pia Grund-Ludwig

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