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EnEV und Gebäudeautomatisierung sind zentrale Themen

Fenstertage Rosenheim diskutieren Zukunft der Fassade

15.10.2009, 00:00

Bürogebäude der Juwi-Gruppe
Batterielose Fühler steuern die Heizung in der Zentrale der Juwi-Gruppe. Bild: Enocean

In vier Themenblöcken geht es bei den Rosenheimer Fenstertagen es IFT Rosenheim um Fragen der Sicherheitstechnik, Forschung und Zukunft von Fassadenelementen, Behaglichkeit und Energieeffizienz sowie Risiken. Einer der Schwerpunkte ist dabei die Debatte um die novellierte Energieeinsparverordnung, die EnEV 2009 und deren Umsetzung in Fassadenlösungen sowie die automatische Steuerung von Gebäudeelementen wie Fenstern oder Heizkörpern.

Mit der Debatte um die EnEV 2009 und den Konsequenzen für den Fensterbau beschäftigt sich der Vortrag von Professor Elmar Junker von der Hochschule Rosenheim. Er begrüßt die EnEV 2009 aus Sicht der Fensterbauer, da in Zukunft hochwertigere und damit teurere Verglasungen verwendet werden müssen.

Gleichzeitig führe aber die Nebenanforderung, die den zugelassenen Transmissionswärmeverlust regelt, zu rigiden Gesamtwerten. Eine Konsequenz könne dann wiederum sein, dass die Fensterflächen kleiner werden, um die Gesamtnorm zu erreichen, sagte Junkers.

Er geht sogar noch einen Schritt weiter und fordert für die nächste Novelle der EnEV im Jahre 2012 Verbesserungen aus Sicht der Fensterbranche an. So müssten die solaren Gewinne ebenso berücksichtigt werden wie der Kühlbedarf.

Lösungen zur Gebäudeautomation mit kabel- und batterielosen Sensoren stellt Graham Martin, Chairman der Enocean Alliance in seinem Vortrag vor. Die Sensoren, die nach den Standards von Enocean zusammenarbeiten, dienen dazu, die Temperatur zu regeln oder Lichtschalter an- und auszumachen. Die Besonderheit: Sie beziehen die Energie dafür aus Bewegungsenergie, etwa bei Fenstergriffen oder nutzen Solarstrom.

Bislang sind 80 bis 90 Prozent der Projekte in Europa, die mit der Technologie arbeiten, Zweckbauten. Für Wohngebäude waren sie bislang noch zu teuer: "Das hat sich aber verändert, ich sehe Preise, die 50 Prozent unter denen vor zwei Jahren sind", betont Enocean-Chairman Martin im Gespräch mit EnBauSa.de.

Bislang gibt es bereits 350 Produkte, in die die ernegieautonomen Sensoren eingebaut sind. Deren Vorteil: Sie brauchen weder Stromanschluss noch Batterie, können also auch an Stellen, die schwer erreichbar sind, zum Einsatz gelangen. Mechanische Energie kommt dann beispielsiweise aus Fenstergriffen oder Türschlössern. "Es lässt sich fast jeder Fenstergriff verwenden, man muss ihn abmontieren und kann dann den Sensor einbauen", erklärt Martin.

"In Gebäuden, wo die Benutzer die Energie nicht direkt bezahlen wie Schulen oder Krankenhäuser, können wir mit automatischen Griffen 20 Prozent der Energie sparen", verspricht er. In 18 bis 36 Monaten habe es sich in der Praxis refinanziert.

Mit den Fensterkontakten arbeitet beispielsweise eine Schule im hessischen Bromskirchen. Innerhalb von nur zwei Tagen hat der Dienstleister BSC Computer dort im ganzen Schulgebäude neue Fenstergriffe mit Sensoren eingesetzt. Der Griff signalisiert jetzt, ob ein Fenster geschlossen, geöffnet oder gekippt ist. Die dafür benötigte Energie wird durch die Schließbewegung erzeugt.

In Arbeit sind Lösungen, die die Energie für die Sensoren aus Temperaturunterschieden ziehen. "Eine erste Anwendung in Europa sind Heizkörper, die ein- und ausgeschaltet werden. Wenn jemand das Fenster öffnet, wird der Heizkörper ausgeschaltet, die dafür notwendige Energie zum Ein- und Ausschalten liefert die Temperatur des Heizkörpers", beschreibt Martin ein mögliches Szenario. Im Moment gibt es dafür noch keine Produkte. Erste Prototypen sollen Anfang nächsten Jahres, Produkte dann im Laufe von 2010 zur Verfügung stehen. pgl

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