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Fensterbauer müssen Lüftungskonzepte im Blick haben

Fensterbau Frontale bietet mehr als U-Wert-Ralley

29.02.2012, 10:45

Wohnzimmer mit Fensterfront und Schiebetür
Optik, U-Wert und Ökobilanz müssen bei Fenstern und Fenstertüren stimmen. © Kneer Südfenster

Für die Messe Fensterbau Frontale in Nürnberg, die vom 21. bis 24. März stattfindet, haben die Fensteranbieter bei Dämm-Werten noch einmal nachgelegt. Relevanz gewinnen auch Umweltproduktdeklarationen (EPD), entsprechende Zertifikate stellt das IFT Rosenheim seit kurzem zur Verfügung. Die Reduzierung von Armierungen und die damit verbundene Verminderung der Wärmeverluste sind ein weiteres Thema, das die Branche bewegt. Nicht zuletzt sind in Nürnberg Systeme zu sehen, die die nutzerunabhängige Lüftung bei weitgehend dichten Gebäudehüllen erleichtern.

Alleine 45 Aussteller werden Lösungen zum Thema Lüftung zeigen. "Meiner Meinung ist das Thema der Belüftung eines der wichtigsten, mit dem sich Fensterbauer derzeit beschäftigen müssen", sagt Andreas Kimmerle, Energieberater aus Gomaringen. Es wäre aus seiner Sicht eine Chance für Unternehmen, Aufträge zu generieren, das werde aber häufig noch nicht erkannt. Dabei schreibt die DIN 1946-6 vor, dass ein Konzept zur Lüftung erstellt werden muss, wenn ein Drittel der Fensterflächen getauscht wird.

"Das muss nicht immer kontrollierte Wohnungslüftung sein, es können auch Fensterfalzlüfter als einfache Lösung möglich sein. Es muss aber eine entsprechende Berechnung zugrunde liegen", sagt Kimmerle. Das ist Pflicht bei einer soliden Beratung: "Wer als Handwerker Fenster tauscht, muss auf den veränderten Luftwechsel hinweisen. Da reicht eine kurze schriftliche Information, aber die muss sein", so der Energieberater.

Profine zeigt Lüftungssysteme und außerdem Fenstersysteme aus Kunststoff bis hin zu Passivhaus tauglichen Ausführungen. Kneer Südfenster präsentiert unter anderem sein Aluminium-Holz-Fenster AHF 115 Passiv Classic, das auf der Klimahouse 2012, der italienischen Leitmesse im Bereich des energieeffizienten und nachhaltigen Bauens, als innovativstes Produkt in der Kategorie Gebäudehülle ausgezeichnet wurde. Es bietet in der Ausführung in Fichte einen Uw = 0,74 W/m²K ohne Verwendung von Fremdmaterialien. Die Dämmung wird erreicht durch das Holzprofil mit integrierten Luftkammern. Die Fenster haben eine Fehlbedienungssperre, Flügelheber und eine erhöhte Sicherheitsausstattung durch zwei Pilzkopfverriegelungen.

Bei Veka sind Systemerweiterungen seiner 2011 vorgestellten Produktreihe Softline 82 zu sehen. Dazu zählt auch ein neues Profil für flügelüberdeckende Haustürfüllungen. Das Profil muss nicht besäumt werden und ist für die Beklebung mit Deckplatten zwischen drei und sechs Millimeter Stärke ausgelegt. Bei Verwendung eines Blendrahmens mit Alu-Vorsatzblende lassen sich Haustüren mit vollständiger Aluminium-Optik fertigen. Neu ist auch die Hebe-Schiebetür Vekaslide 82. Markteinführung ist im Herbst 2012.

Schüco zeigt mit Thermoplus ein neues stahlfreies System in 82 Millimeter Bautiefe mit einem verbesserten Uf-Wert bis 0,79 W/m2K. Der Flügel ist ausgelegt für optionale Verklebung und lässt große Flügelabmessungen zu. Mit dem Ziel, Flügelgewichte bis zu 400 Kilo und Dreifach-Verglasungen bei optimalen Wärmedämmwerten zu ermöglichen, wurde die Hebe-Schiebetür Thermoslide entwickelt. Ein übergreifender Blendrahmen dieser Konstruktion in 82 Millimeter Bautiefe sorgt für Dichtigkeit, die Aluminium-Schwelle ist thermisch getrennt. Der mittlere Uf-Wert liegt bei 1,1 W/m2K. Bei Rehau steht die Systemfamilie Geneo im Fokus. Neben dem bereits verfügbaren passivhauszertifizierten Fenster wird das Unternehmen eine passivhauszertifizierte Haustür präsentieren.

Zunehmend sind auch Türen und Fenster mit EPD zu sehen. Beim Institut für Fenstertechnik Rosenheim gibt es zwei Varianten der Produktdeklarationen: produktspezifische und Durchschnitts-EPD. Die individuelle EPD ist aufwändiger, es werden umfangreiche Daten ermittelt und ausgewertet. Sie ermöglicht eine detaillierte Beschreibung des Produktes, mit der auch besondere Qualitäten beschrieben werden können. Manche Unternehmen verwenden diese Art der Deklaration als Differenzierung. "Bei Variotec haben wir uns für produktspezifische EPDs entschieden, da diese die Ökobilanz unserer Fenster und Türen realistisch abbilden", erläutert Jürgen Eberlein, Bereichsleiter für energieeffiziente Produkte. Dazu zählen das passivhauszertifizierte Fenstersystem Energyframe II, das Holz-Alu-Fenster Energyframe ENEV 12 V, die Passivhaustür Thermosafe 100 und die passivhaustaugliche Hebe-Schiebetür hermosafe HS.

Andere Unternehmen verwenden Durchschnitts-EPD. In diese fließen Daten verschiedener Unternehmen ein, man veranschlagt Durchschnittswerte der Branche. Damit arbeiten etwa Raico, Gutmann und TKI für ihre Aluminiumfenster. Das IFT bietet einen Überblick zu Fenster und Türen mit EPDs.

Barrierefreiheit spielt bei immer mehr Projekten auch in der Sanierung eine Rolle. Winkhaus zeigt einen neu entwickelten Beschlag für barrierefreie Konstruktionen von Drehkipptüren, die beispielsweise bei Terrassen und Balkonen eingesetzt werden. Das System ist modular aufgebaut, deshalb sind nur drei zusätzliche Bauteile erforderlich, um die Standardlösung barrierefrei zu machen.

von unserer Redakteurin Pia Grund-Ludwig

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