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Nürnberger Fachmesse zeigt Fortschritte bei Produktintegration

Fenster und Lüftung finden zusammen

03.04.2010, 02:46

Messeszene Fensterbau/Frontale
Fenster bieten mehr als Durchblick. Bild: Nürnberg Messe/ Heim

Energieeffizienz war eines der beherrschenden Themen der Fachmesse Fensterbau/Frontale in Nürnberg. Immer noch interpretieren viele Fensterhersteller dies aber als Aufruf zum reinen U-Wert-Wettlauf. Doch das Thema Lüftung gewinnt Relevanz, hat Jürgen Benitz-Wildenburg vom Institut für Fenstertechnik in Rosenheim (IFT) beobachtet: "Beim Thema Lüftung gibt es immer mehr Lösungen, die in die Fenster integriert sind. Auf der Messe gab es dazu eine Reihe neuer Ansätze. Das ist wichtig, denn wir sind der Meinung, dass man Fenster ganzheitlich sehen muss. Das umfasst neben U-Wert und Lüftung auch das Thema sommerlicher Wärmeschutz." Das Rosenheimer Institut hat zu diesem Thema Lüftung Einsatzempfehlungen für Fensterlüftung erstellt, die online verfügbar sind. Die Richtlinie gibt Empfehlungen zum Einsatz von Fensterlüftern in Anlehnung an DIN 1946-6 für Wohngebäude im Neubau und der Altbausanierung, die keine raumluftabhängige Feuerstätten haben.

Noch keinen Durchbruch sieht Benitz-Wildenburg bei einem anderen zentralen Thema: "Beim sommerlichen Wärmeschutz reagiert die Fensterbranche nach wie vor zögerlich. Das Thema  ist zwar bei den Verbänden präsent, aber noch nicht mehrheitlich bei den Herstellern angekommen. Dort spiegelt sich immer noch die Gewerketrennung wieder, die aus Sicht der Bauherren nicht mehr zeitgemäß ist." Bei den Fenstern selbst spielt vor allem der G-Wert eine Rolle. Er gibt an, wie viel Sonnenenergie das Glas durchlässt. Das ist für den sommerlichen Schutz vor Überhitzung wichtig. "Beim Glas ist der U-Wert relativ ausgereizt, Innovationspotential besteht noch beim G-Wert. Hier besteht weiteres Optimierungspotenzial durch den Einsatz von Weißglas, neuer Beschichtungen und vorgespannter Folien im Scheibenzwischenraum", sagt Benitz-Wildenburg.

Durchgesetzt haben sich Verbundmaterialien und Rahmen, die ohne Stahlarmierungen auskommen. So wertet beispielsweise Internorm seine Produktpalette mit dem Fenstersystem Passion4 auf und kombiniert Wärme-, Schall-, Sonnen- und Sichtschutz. Das Unternehmen verweist zudem auf die Kombinierbarkeit mit der Holz/Alu-Verbundfensterpalette. Finstral führt zum Frühjahr 2010 mit dem Holz-Kunststoff-Fenstersystem Lignatec 200 ein neues Segment ein. Wie bei Holz-Alu-Fenstern soll Holz an der Fensterinnenseite dem Innenraum einen naturnahen Charakter verleihen. Das Außenprofil aus Kunststoff schützt vor Verwitterung. Das Unternehmen bietet das Holz-Kunststoff-Fenster in drei Ausführungsvarianten an bis zu einem Passivhaus-tauglichen Uw-Wert von 0,84 W/m2K.

Erweiterungen der Produktpaletten gibt es auch bei Türen. "Die meisten Hersteller haben mittlerweile Passivhaus-taugliche Türen", so Benitz-Wildenburg. So hat Schüco seine Produktpalette Passivhaus-tauglicher Türen erweitert und die hochdichte Kunststoff-Haustür Corona SI 82 gezeigt. Sie ist schlagregendicht bis zu einem Winddruck von 500 Pa. Dazu hat der Hersteller eine spezielle Schwellenanbindung mit speziell entwickelter Abdichtlösung im Falzbereich der Tür entwickelt. Die Tür erreicht mit flügelüberdeckender Füllung einen Ud –Wert von  0,8 W/m2K und ist damit Passivhaus-tauglich.

Auch Kneer-Südfenster hat das Angebot bei den Haustüren erweitert: Durch den Aufbau des Türblatts mit spezieller Korkdämmung erreichen die Türen aus Aluminium-Holz und Holz ebenfalls Passivhausniveau mit Ud-Werten von bis zu 0,8 W/m2K.

Die Passivhaus-Tauglichkeit können sich Hersteller seit kurzem nicht nur vom Passivhaus-Institut, sondern auch vom IFT bescheinigen lassen. Es bescheinigt diese für Fenster, Fassaden und Türen in Kombination mit den für Europa notwendigen Nachweisen wie dem CE-Zeichen.

Als weiteren wichtigen Trend der Nürnberger Fachmesse sieht Benitz-Wildenburg die zunehmende Mechanisierung bei Türen: "Bei Haustüren geht die Entwicklung außerdem hin zu einer Integration von mechanischen Antrieben auch im Einfamilien- und Zweifamilienbereich. Das wird teilweise mit Garagenantrieben zusammen angeboten. Ich gehe davon aus, dass sich das auch bei Fenstern durchsetzt." Auch beim Auto wolle schließlich niemand auf Komfortfunktionen wie das Öffnen und Schließen der Wagentüren per Knopfdruck auf den Schlüssel verzichten. Derzeit betragen die Mehrkosten für solche Systeme im Gebäudebereich, die etwa per Iphone Garage und Tür öffnen, noch zirka 15.000 Euro. pgl

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