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Konzept soll städtisches Wohnen attraktiver machen

Fellbacher Passivhaussiedlung ausgezeichnet

13.11.2009, 12:16

Passivhaussiedlung in Fellbach
Antithese zu dörflichem Öko-Haus: Passivhaussiedlung. Bild: Brucker

Ein innerstädtisches Passivhausquartier in Fellbach hat für die städtebauliche und energetische Vorbildfunktion einen Nationalen Preis für integrierte Stadtentwicklung und Baukultur des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung in der Kategorie "Die Stadt von morgen bauen" erhalten.

Für den Architekten Johannes Brucker ist die Betrachtung der Siedlung nicht nur aus Aspekten der Energieeffizienz, sondern vor allem aus städtebaulicher Sicht wichtig. Es sei "eine Antithese zum Ökohaus auf dem Dorf mit Geländewagen und Zweitwagen vor der Türe und stark individualisierter Mobilität", sagt Architekt Brucker provokant. Wichtig war ihm auch die Möglichkeit, individuelle Wohnwünsche zu erfüllen: "Wir haben in diesem Areal mehr als 1.000 Sonderwünsche verwirklicht. Keine Wohnung, kein Haus gleicht dem anderen", sagt Brucker.

Das Passivhausquartier in Fellbach ist bis 2009 auf einem Brachgrundstück in zentraler, aber stark verkehrsbelasteter Lage entstanden.  Die Rückseite eines Teils der Siedlung dient als Schallschutzmauer. Auch Dämmung und Fenster sind so ausgelegt, dass sie möglichst viel Schall absorbieren, teilweise haben die Planer sogar mit Vierfachverglasung gearbeitet. Die gestalterische Qualität, minimale Energiekosten sowie Endverkaufspreise um 2.300 Euro je Quadratmeter Wohnfläche überzeugten die Bewohner: Noch vor Baubeginn wurden fast alle Wohnungen und Stadthäuser verkauft.

Drei mehrfach gestaffelte Geschosshäuser schirmen die laute Fellbacher Straße ab. Zwischen den Gebäudeteilen gibt es Durchgänge in den bepflanzten Innenbereich. Dort stehen vier gegliederte Zeilen mit 20 Stadthäusern unterschiedlicher Größe. Mit wechselnden Farbfeldern belebte Erker markieren die Hauszugänge. Die offenen Geschossebenen bieten flexible Wohnungstypen vom Appartement über kostengünstige Maisonetten bis hin zur großzügigen Terrassenwohnung - für Familien mit Kindern, für Paare, Alleinstehende und Büronutzer.

Die Generationenhäuser sind nicht nur barrierefrei, sondern wurden von der Tiefgarage bis zum Dach für Rollstuhlfahrer vorbereitet. "Eine zentrale Forderung war auch die Barrierefreiheit, die von der Konzeption in allen Häusern möglich war", sagt Brucker. Dadurch soll die Zukunftsfähigkeit gesichert werden. Teilweise waren dadurch relativ aufwändige Lösungen notwendig wie Vakuumdämmung auf den Dächern, um für die darüberliegenden Terassen einen Zugang ohne Schwelle zu ermöglichen.

"Die Kosten haben eine entscheidende Rolle gespielt, wir arbeiten deshalb mit einfachen technischen Mitteln", betont Brucker. Wärmeträger der Passivhäuser für die Restheizlast ist Gas mit einem extrem kleinen Gerät, in manchen Häusern auch Solarthermie für Warmwasser und Heizung. Versorgt werden die Mehrfamilieneinheiten von semizentralen Lüftungsanlagen, die zwischen sieben und neun Einheiten versorgen, aber einzeln steuerbar sind.

Der nächste Schritt soll ein Haus sein, dessen CO2-Bilanz klimaneutral ist. Es soll ebenfalls in Felbach stehen, Baubeginn ist im Frühjahr 2010. pgl

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