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Breitensanierung ist wichtiger als Spitzensanierung

Experten: Erst Häuser bis Baujahr 1969 sanieren

Saniertes Mehrfamilienhaus aus dem Jahr 1963

Große Einsparmöglichkeiten gibt es bei Gebäuden, die vor 1970 gebaut sind. Bild: IWO

Berlin. "Mehr Breitensanierung statt Spitzensanierungen." Auf diese einfache Formel lässt sich die Forderung von Experten der Hochschule Lausitz sowie der Institute für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und sozial-Ökologische Forschung (ISOE) bringen. Statt sich auf seltene Spitzensanierungen zu konzentrieren, also die bestmögliche Sanierung von Altbauten beispielsweise im Passivhausstandard, sollte in Deutschland größerer Wert auf die breite Umsetzung der Standards der Energieeinsparverordnung 2009 (EnEV) gelegt werden.

Hierfür müssten auch bislang wenig interessierte Zielgruppen zur energetischen Sanierung aktiviert sowie sozial schwächere Haushalte bei der Sanierung finanziell unterstützt werden. Gleichzeitig dürfe der Anreiz, "mehr zu machen" für motivierte Zielgruppen nicht wegfallen", so die Wissenschaftler in ihrer Broschüre "Zum Sanieren motivieren", die heute, am 8. November im Rahmen der Konferenz "Wege aus dem energetischen Sanierungsstau" in Berlin vorgestellt wird.

Um Energiesparpotenziale rasch zu erschließen, sollten zunächst Häuser mit einem Baujahr vor 1969 saniert werden, lautet ein Vorschlag, der dort zur Sprache gebracht wird. Begründung: "Solche Gebäude besitzen die größten Einsparmöglichkeiten und machen gut die Hälfte aller Ein- und Zweifamilienhäuser in Deutschland aus." Gebäude die vor 1979 erbaut wurden, hätten zwar auch große Einsparpotenziale, spielten jedoch zahlenmäßig keine so große Rolle.

Um die Besitzer dieser alten Eigenheime zum Sanieren zu motivieren gilt es aus Sicht der Experten, bestehende Instrumente wie Gesetze und Förderprogramme sowie Kommunikations- und Beratungsangebote zu erweitern und besser aufeinander abzustimmen beziehungsweise miteinander zu verweben.

So ließe sich die Kontrolle der Einhaltung der EnEV 2009 erleichtern, indem sie an den Behörden bekannte Ereignisse wie einem Eigentümerwechsel gekoppelt wird. Der Vollzug ist bislang die Achillesferse der EnEV, Experten gehen von einem beträchtlichen Vollzugsdefizit von bis zu 35 Prozent aus.

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