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Ergebnis wird unterschiedlich beurteilt

EU-Gebäuderichtlinie ist verabschiedet

Fachwerkhaus Außenfassade

Umweltschützer fordern strengere Richtlinien für Bestandsgebäude. Bild: BDH

Brüssel. Die EU-Gebäuderichtlinie ist jetzt verabschiedet. Sie verlangt vor allem eine Reduzierung des Energieverbrauchs durch bessere Dämmung, innovative heizungen und erneuerbare Energien bei Neubauten. Der Gebäudebestand beibt verschont. Das stößt auf ein geteiltes Echo.

Bundesumweltminister Norbert Röttgen hat begrüßt, dass sich das Europäische Parlament, die Europäische Kommission und die Mitgliedsstaaten auf Verbesserungen im Gebäudebereich geeinigt haben. "Beim Umbau Europas zu einer klimafreundlichen und verbrauchernahen Wirtschaft setzt Europa auf klare Rahmenbedingungen und informierte Bürger. Europa bekräftigt damit erneut seine klimapolitische Vorreiterrolle - und das ist ein gutes Signal für Kopenhagen", sagte er. Die neue Europäische Gebäuderichtlinie setze neue, anspruchsvolle Standards, meint Röttgen. So dürfen beispielsweise ab dem Jahr 2020 neue Gebäude praktisch keine Energiezufuhr mehr benötigen.

Das Parlament hatte noch schärfere Bestimmungen vorgesehen, die wurden jedoch gekippt. Lutz Freitag, Präsident des Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen GdW, begrüßte das in einer ersten Stellungnahme. Modernisierungsempfehlungen für bestehende Gebäude gehören künftig in den Energieausweis.

Immobilienanzeigen müssen Energiekennwerte enthalten. Das gefällt Vermietern nur bedingt. Es müsse sichergestellt werden, dass aus dieser vorgesehenen Veröffentlichungspflicht keine vertraglichen Zusicherungen bezüglich der Eigenschaften des Gebäudes entstehen, die zur Haftung führen könnten, erklärte Freitag.

"Zum ersten Mal gibt Europa ein strategisches Ziel für den Energieverbrauch von Gebäuden vor. Damit wird der Wettbewerb bei der Entwicklung effizienter Bauprodukte und Anlagentechnik erst richtig in Gang kommen und das unterstützt wiederum auch die energetische Sanierung im Gebäudebestand", meinte Röttgen weiter.

Naturschützern geht der Kompromiss dagegen nicht weit genug. So sieht der Beschluss unter anderem vor, dass Neubauten erst ab dem 31. Dezember 2020 fast ohne Wärmeenergie aus fossilen Quellen wie Öl, Gas oder Kohle auskommen sollen. Nach Überzeugung des Naturschutzbunds Nabu ist dies viel zu spät: Neue Gebäude sollten schon ab dem Jahr 2015 den so genannten Null- oder Plusenergiestandard erreichen. Nur wenn die EU solche hocheffizienten Häuser zu ihrer konkreten Vision für die nahe Zukunft erhebt, hätten Bauherren und Baugewerbe die nötige Planungssicherheit und würden die notwendigen Investitionen tätigen, sagt der Verband.

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