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Ministerien haben sich auf Richtlinien geeinigt

EnEV wird nur für Neubau verschärft

17.09.2012, 09:37

Baustelle mit Gerüst

In der Sanierung werden die Anforderungen nicht verschärft. © Berres/ EnBauSa.de

Die Bundesregierung hat sich auf schärfere Energiespar-Vorschriften für Neubauten verständigt. Erste Informationen dazu gab es von Bau-Staatssekretär Rainer Bomba auf einer Veranstaltung des BDI zur Energiewende im Gebäudebereich. Danach soll es Verschärfungen im Neubau, nicht aber in der Sanierung geben.

Er gehe davon aus, dass die Novelle noch in diesem Jahr ins Kabinett komme, sagte Bomba laut Reuters weiter. So besteht eine Chance, dass die jetzige Koalition die Novelle noch zum Abschluss bringt. Es liegt derzeit noch kein Schriftsatz vor, auf Ebene der Staatssekretäre ist man sich aber über die Ziele einig.

Dass es nicht zu enormen Verschärfungen kommen wird, hatte sich bereits im Frühsommer abgezeichnet. Das BBSR hatte ein Gutachten zur Wirtschaftlichkeit veröffentlicht, das von Verschärfungen abrät. Es gebe "allenfalls geringe Spielräume für eine Verschärfung des Anforderungsniveaus", so die Erhebung.

Zuspruch zu den jetzt bekannt gewordenen Plänen kam aus der Immobilienwirtschaft. GdW-Chef Axel Gedaschko freut sich, dass es keine Verschärfungen für den Gebäudebestand geben soll und bewertet geplante Verschärfungen bei der EnEV 2012 für den Neubau kritisch: "Schon heute wird vorrangig im oberen Preissegment gebaut. Danach liegen die Kaltmieten im Durchschnitt bei 8 Euro. Im unteren Preissegment mit einem Mietendurchschnitt von 5,74 Euro wurde in den alten Ländern nur jede fünfte neue Wohnung gebaut", sagte er gegenüber EnBauSa.de.

Neubau sei durch die Anforderungen an die Energieeffizienz, aber auch durch die Preise für den Baugrund und die Baukosten so teuer geworden, dass er sich in vielen Fällen nur noch im oberen Mietpreissegment rechne.

Die Bundesarchitektenkammer hatte sich auf ihrer Jahreskonferenz ebenfalls gegen eine Verschärfung der Energieeinsparverordnung ausgesprochen. Sie fordert zu dem eine "Energiewende mit Augenmaß". Für Grundbesitzer, Immobilieneigentümer und Bauherren ebenso wie für Mieter und Kommunen müsse die Energiewende machbar und bezahlbar sein, so der Beschluss der Versammlung. Da die Grenzen der Wirtschaftlichkeit im Gebäudebereich bereits mit der EnEV 2009 erreicht seien, fordert die Kammer die Bundesregierung auf, auf Verschärfungen und unnötige Bürokratie in der Novelle EnEV 2012/2013 zu verzichten.

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