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Projekt zum Austausch von Nachtspeicherheizungen

Energieverbrauch soll um mehr als 80 Prozent sinken

02.01.2010, 02:35

Mietshaus Hüffel
GWG 1897 Köln tauscht stromfressende Nachtspeicherheizungen. Bild: Danne

Die derzeit gültige Energieeinsparverordnung EnEV 2009 schreibt den Austausch von stromfressenden Nachtspeicherheizungen vor. Die sind meist in Mietimmobilien installiert, die in den 70er Jahren saniert wurden. Der Zeitrahmen für den Austausch ist aber weit gesteckt. Auch die GWG 1897 Köln hätte sich nicht zu beeilen brauchen. Da aber eine Sanierung im Bestand in einem 12-Familienhaus in Rösrath anstand, wurde die Heizungsanlage erneuert. 85 Prozent weniger Energie will die Genossenschaft künftig verbrauchen.

Die Aufgabe war nicht einfach: Die Wohnungen der Genossenschaft sollten im bewohnten Zustand saniert werden, ohne einen Umzug der Bewohnerinnen und Bewohner. Klar war für den Vorstandsvorsitzenden Michael Schwenk, dass es eine Abkehr von der Nutzung fossiler Brennstoffe geben sollte, deshalb kam die Umrüstung auf Öl oder Gas mit einem zentralen Heizsystem nicht in Frage. Entschieden hat sich die GWG für Wärmepumpen mit Erdwärme. "Das war bis vor einiger Zeit im Bestand nicht möglich, nun liefern die Wärmepumpen die notwendigen hohen Temperaturen für Wandheizkörper", sagt Schwenk.

Die Wandheizkörper wollte er nicht durch Fußboden- oder Wandflächenheizungen ersetzen. Die wären zwar mit geringeren Heizwassertemperaturen ausgekommen, aber der Einbau hätte die Mieter durch die Verlegung im Boden um ein Vielfaches mehr belastet. "Wir mussten zwar auch neue Leitungen legen für die Heizkörper, aber das beschränkt sich auf kleine Löcher und Deckendurchbrüche." Zum Konzept gehört außerdem die dezentrale Warmwassererzeugung über Boiler in den einzelnen Wohnungen. Die Verluste seien bei einer zentralen Warmwasserbereitung zu hoch, ist Schwenk sicher.

Bundesweit steht der Austausch der Nachtspeicheröfen in den nächsten Jahren und Jahrzehnten in vielen Anlagen aus dem Geschosswohnungsbau auf der Tagesordnung. Die Kölner packen das in großem Stil an. Das hat ihnen Sonderförderung durch den Bund eingebracht. Die Entfernung der alten Infrastruktur hat zirka 85 Euro pro Heizkörper gekostet, 200 Euro gibt es dafür aus einem Sonderprogramm der KfW. Insgesamt wurden für die Sanierung mit einer Dämmung der Außenwände, der Kellerdecken und des Dachraums, dem Einbau neuer dreifachverglaster Kunststofffenster und dem Einbau der Erdreich-Wasser-Wärmepumpe 650.000 Euro investiert.

Schwenk ist sicher, dass er mit der Wärmepumpe eine gute und auch kostengünstige Wahl für sein Unternehmen getroffen hat. Erfahrungen gab es aus anderen Projekten bereits mit Luftwärmepumpen. Die Mieterhöhung hält sich mit 80 Cent pro Quadratmeter in Grenzen, das ist in etwa der Betrag, den die Mieter durch geringere Kosten bei den Heizkosten einsparen. Die sollen künftig bei 20 Cent pro Quadratmeter liegen. Bei Neuvermietungen werde man deshalb auch höhere Mieten nehmen können, sagt Schwenk.

"Wir gehen davon aus, dass wir mit diesem Konzept nachhaltig Gewinne erzielen können, vor allem dann, wenn die Energiepreise wieder steigen", ist Schwenk sicher, dass sich das Konzept rechnet. Außerdem werde durch die Fotovoltaikanlage, die Erträge von 23 Megawattstunden pro Jahr bringen soll, die CO2-Bilanz des Gesamtgebäudes positiv. Vor allem auch deshalb, weil der Hersteller eine Jahreszahl der Wärmepumpe von 3,3 oder besser vertraglich garantiert. Wird diese nicht erreicht, würden die Investitionskosten ersetzt, sagt Schwenk. pgl

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