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Solaraktivhaus will so viel Sonne ernten wie möglich

Energie gewinnen statt aufwändig dämmen

13.10.2009, 05:27

Solaraktivhaus Regensburg, Vorderansicht
Solarkollektoren als Gestaltungselement. Bild: Fabi/Stolz

Die Sonnenkraft GmbH, der Architekt Stephan Fabi, das Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme (ISE) und der Fachbereich Architektur der Hochschule Regensburg haben in Regensburg ein so genanntes Solaraktivhaus fertiggestellt.

Es soll zeigen, wie ein Neubau mit geringem Energieverbrauch, marktüblicher Solar- und Heiztechnik sowie besonderer Architektur bereits heute realisiert werden kann und trotzdem bezahlbar bleibt. Die Planer bezeichnen es als "Haus der Zukunft". Anders als bei Passivhäusern, bei denen Energieeinsparung im Mittelpunkt steht, ist das Konzept hier, so viel Sonnenenergie auffangen wie möglich.

In Zusammenarbeit mit der Hochschule Regensburg und dem Fraunhofer Institut ISE entstand der Entwurf einer polygonen Gebäudeform. Solarkollektoren und Fotovoltaikmodule auf der durch viele Winkel vergrößerten Dachfläche können so die Sonnenenergie optimal nutzen. Die Gebäudehülle ist ein hochgedämmter Holzrahmenbau mit Doppel-T-Trägern aus Holzwerkstoff. Die Außenwände haben einen U-Wert von 0,14 W/m²K. Das unterkellerte zweistöckige Einfamilienhaus bietet 175 Quadratemeter Wohnfläche.

Den Baupreis für den Neubau gibt Architekt Fabi mit knapp unter 3.000 Euro pro Quadratmeter an. Darin ist allerdings die komplette Haustechnik samt Fotovoltaik enthalten. Durch die Einspeisevergütung und die Förderung der erneurbaren Energien refinanziere sich das teilweise wieder, sagt Fabi.

Die Haustechnik im Solaraktivhaus besteht aus den Komponenten Solarthermie, Fotovoltaik, Wärmepumpe, Erdwärmetauscher, kontrollierte Wohnraumlüftung und Fußbodenheizung. Zur Gartenbewässerung und für die WC-Spülung wird Regenwasser aus einer Zisterne benutzt. Eine kompakte EIB-gesteuerte Haustechnik regelt die passive Nutzung der Sonnenenergie im Winter von Süden und Westen sowie die automatische Beschattung der Südglasflächen im Sommer. Um eine Übertechnisierung des Hauses zu vermeiden und den Bewohnern auf Wunsch ein herkömmliches Wohnen zu ermöglichen, lässt sich die automatische Regelung abschalten.

Die Gebäudeheizlast geben die Planer mit 4,7 kW an. Zum Heizsystem gehört eine Luft-/Wasser-Wärmepumpe. Sie wärmt das Haus im Zusammenspiel mit einer Solarthermie-Anlage über die Fußbodenheizung. Auf dem Dach stehen 35 Quadratmeter Flachkollektoren zur Warmwassererzeugung. Die Wärmepumpe soll durch Koppelung mit der Solaranlage eine Jahresarbeitszahl von über 4 erreichen, versprechen die Planer.

Dazu kommt eine 55 Quadratmeter große Fotovoltaikanlage. In der Jahresbilanz soll sie den Strombedarf der kompletten Haustechnik und des Haushalts decken. Als Endenergiebedarf sind 18 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr geplant. Die genaue Energiebilanz des Hauses erhebt das Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme in den nächsten zwei Jahren. pgl

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